Beispielhafte Bauten wie die Belchenhalle

Rainer Ruther

Von Rainer Ruther

Sa, 14. Oktober 2017

Staufen

In Staufen ist eine Ausstellung mit architektonisch bemerkenswerten Neu- und Umbauten zu sehen.

STAUFEN. Es tut sich was im Schwarzwald. Personelle Veränderungen, neue Ideen und das bessere Zusammenspiel von Politik im fernen Stuttgart und den Gemeinden in der Region sollen den Tourismus beleben. Allerdings nicht um jeden Preis. Bettenburgen und Häuser von der Stange gibt es in Freiburg zuhauf; auf dem Land bemüht man sich um nachhaltiges Bauen. Zeichen setzt dafür die Initiative "Baukultur Schwarzwald"; sie hat jetzt beispielhafte Neubauten und Altbau-Sanierungen ausgezeichnet. Die 20 gelungensten Beispiele sind bis Ende Oktober in der Belchenhalle in Staufen zu sehen.

Und die gehört selbst zu den prämierten Gebäuden. Ende der sechziger Jahre gebaut und 2007 saniert, sollte die vorwiegend als Sporthalle genutzte Belchenhalle umgebaut und erweitert werden, weil sich der Bau eines Bürgerhauses wegen der Kosten der Risse-Katastrophe verzögerte. Das Architekturbüro Techau Hin plante längs der Halle einen zweigeschossigen Foyerbau, mit einem Eingang von der Schulhofseite her und einem der Stadt zugewandten Eingang für Besucher von Veranstaltungen. Im Obergeschoss wurde ein Raum für Events mit etwa 200 Personen geschaffen; er wurde großflächig nach Süden verglast und bietet einen freien Blick auf den Belchen, den Namensgeber der Halle. Der Anbau wurde an ein Blockheizkraftwerk angeschlossen, nutzt die Sonneneinstrahlung auf der Südseite und bekam zusätzlich eine moderne Abluft- und Lüftungsanlage. Die 13-köpfige Jury der Initiative "Baukultur Schwarzwald" lobte hier den Umgang mit der Bausubstanz; es sei auf vorbildliche Art gelungen, eine Sporthalle aus den Sechzigern in eine Mehrzweckhalle umzubauen. Die Verwendung von Holz in der Fassade stelle einen interessanten Ansatz für ähnliche Bauaufgaben dar.

Apropos Holz: An diesem Baustoff führt im Schwarzwald kein Weg vorbei, wenn Architekten Um- oder Neubauten planen. Nahezu alle 20 ausgezeichneten Gebäude nutzen Holz als wichtigstes Element, sei es beim Innenausbau im Haus des Gastes in Höchenschwand, bei Bauernhöfen oder Hotelbauten in Bernau oder Todtnau, bei Studentenwohnheimen in Furtwangen, einem Schwimmbad in Waldkirch oder dem Logistikzentrum für eine Brennerei in Gutach.

Der Präsident der Jury, Reiner Probst, sprach bei der Eröffnung der Ausstellung von einem "Qualitätsschub". Insgesamt 92 Gebäude und Bauwerke wurden der Jury zur Begutachtung eingereicht; nach intensiven Diskussionen und einer Begutachtung vor Ort blieben 20 übrig. Dass auch Privatpersonen bei Neubauten immer stärker auf Holz zurückgreifen, zeigen mehrere prämierte Beispiele. Insbesondere bei schwierigen Geländesituationen wie Hanglagen könne Holz helfen.

Die Ausstellung wird im Rahmen der trinationalen Architekturtage gezeigt und dauert bis 26. Oktober. Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr