Neues Angebot im alten Spital

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Von heg

So, 04. Februar 2018

Staufen

Der Sonntag Tagespflege zieht in das historische Gebäude.

Am 1. März nimmt die Tagespflege "Altes Spital" in Staufen ihre Arbeit auf. 17 pflegebedürftige Menschen werden dort künftig tagsüber betreut, nach neuesten Konzepten und ganz individuell nach dem Bedarf der betreuenden Angehörigen.

Vier Jahre wurde das historische Gebäude in Staufen saniert und umgebaut, in enger Zusammenarbeit der Stadt Staufen als Eigentümerin und der Sozialstation Südlicher Breisgau, der Betreiberin der Einrichtung. Als Spital für ehrbare Leute wurde das Haus im 16. Jahrhundert gebaut, zuletzt waren hier Obdachlose untergebracht.

Großes Interesse

Dass ein großer Bedarf für eine Tagespflege besteht, zeigte eine Informationsveranstaltung in dieser Woche. Etwa 50 Personen waren in die Sozialstation gekommen. "Ich bin doppelt belastet und hoffe dringend auf Unterstützung", sagte eine 63-jährige Teilnehmerin, die ihre Mutter und ihre Schwiegermutter, beide 95 Jahre, pflegt.

Waltraud Kannen, die Leiterin der Sozialstation, freute sich über das schmucke barrierefreie Gebäude in der historischen Altstadt. Im Erdgeschoss des Hauses gibt es neben einer offenen Küche zwei große Aufenthaltsräume, im mit dem Aufzug erreichbaren ersten Obergeschoß zwei Ruheräume, einen Therapieraum, eine Loggia und ein Dienstzimmer fürs Personal. In behaglicher Atmosphäre werden die Gäste – wie die Betreuten genannt werden – versorgt. "Die Tagespflege soll die Angehörigen von ihren kräftezehrenden Aufgaben entlasten. Die Gäste sollen den Tag angenehm verbringen, Anregungen erfahren und ihre Selbsthilfekräfte stärken", erläutert Kannen das Konzept. Die Gäste werden entweder von den Angehörigen oder von einem Fahrdienst gebracht. Nach dem gemeinsamen Frühstück wird es verschiedene Beschäftigungsangebote wie Kochen, Backen, Kartenspielen, Malen oder Gymnastik geben. Mittagessen liefert das Altenpflegheim St. Margareten, Vor- und Nachspeise wird in der Tagespflege zubereitet, täglich zudem ein Kuchen für den Nachmittagskaffee gebacken. Neben dem großen Garten, den die Gäste mitgestalten können, wird es eine Werkstatt geben, in der gebastelt und gewerkelt werden wird. "Ich lege Wert darauf, die technischen Hilfsmittel, die es gibt, zu nutzen", sagt die Leiterin der Sozialstation. Also gibt es im Spital sowohl eine induktive Höranlage, eine spezielle Beleuchtung und einen Weglaufschutz im Haus und im Garten, der über einen Transponder am Handgelenk funktioniert.

Nach Bedarf können Angehörige auch nur einzelne Tage buchen. Die Kosten variieren je nach Pflegegrad. Der Anteil für Pflege- und Fahrtkosten werden direkt mit der Pflegeversicherung abgerechnet. "Hier ist ganz wichtig, dass diese Leistungen für die teilstationäre Pflege zusätzlich zu bestehenden Leistungen für ambulante Pflege bezahlt werden", so Kannen. Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten, die etwa 25 Euro täglich betragen, sind von den Betreuten selbst aufzubringen. Hierfür kann man Leistungen zur Betreuung und Entlastung nach §45b Sozialgesetzbuch 11 in Höhe von monatlich 125 Euro einsetzen.

Im zweiten Obergeschoss hat Waltraud Kannen etwas verwirklicht, was sie schon lange im Kopf hatte. Hier wird es eine Ferienwohnung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen geben, außerdem eine günstige Wohnung für Krankenpflegeschüler. 31 Menschen wurden am Ende der Veranstaltung bereits verbindlich angemeldet, sie erhalten nun Besuch von Simone Mehler, die die Tagespflege leiten wird. Im Gespräch wird sich dann zeigen, ob die Tagespflege das richtige Angebot ist.

Informationen für Interessierte gibt es unter Telefon 07633/12219. heg