Rasant, spritzig und mit Knalleffekt

Ute Wehrle

Von Ute Wehrle

Mo, 20. November 2017

Staufen

Theater-AG des Faust-Gymnasiums Staufen begeistert bei Shakespeares "Viel Lärm um Nichts" mit Witz und originellen Einfällen.

STAUFEN. Der knallende Sektkorken, der am Freitag in der Aula des Staufener Faust-Gymnasiums die erwartungsvolle Stille zu Beginn der Premiere durchbrach, hatte nahezu Symbolcharakter: Spritzig und temperamentvoll präsentierte die Theater AG der Mittel- und Oberstufe Shakespeares Komödie "Viel Lärm um Nichts" und bescherte den Besuchern mit unbefangener Spielfreude einen alle Sinne berauschenden Abend.

Im Schatten eines Olivenbaums entwickelt sich ein dynamisches Verwechslungs- und Verleumdungsspiel, als Don Pedro, Prinz von Aragon (Niclas Kromer), mit seinen Begleitern Benedikt (Deniz Dumlu) und Claudio (Joshua Kratz) siegreich aus der Schlacht gegen Don Juan (Nico Brunnhuber) zurückkehrt und Station bei Leonato, dem Gouverneur von Messina (Lase Gaber), seiner Schwester Antonia (Tamira Eryener), seiner Tochter Hero (Felicitas Traub) und seiner Nichte Beatrice (Laetitia Wühler) macht. Claudio verliebt sich prompt in Hero – und eigentlich wäre einem raschen Happy-End nichts im Weg gestanden – hätte sich der rachsüchtige Don Juan nicht wild entschlossen gezeigt, mit Hilfe seiner Getreuen Conrad (Theresa Schmökel) und Borachio (Kolja Schumann) dem jungen Glück ein Ende zu bereiten.

Doch das ist nur einer der Handlungsstränge, die das Stück zu einem sehenswerten Theaterspaß machen. Denn im Mittelpunkt steht eines der geistreichsten Paare, das jemals der Phantasie von Shakespeare entsprungen ist: Beatrice und Benedict, die sich auf der Bühne rasante, scharfzüngige Wortgefechte liefern. Weshalb sich ihre Freunde entschließen, der Zuneigung, die die beiden verbindet, mit List und Tücke auf die Sprünge zu helfen. Ein wenig Getuschel hier, ein paar gestreute Gerüchte da – wie sie das anstellen, gehört zu den Höhepunkten der Inszenierung. Da Shakespeares Sprache behutsam entstaubt wurde, haben auch die ganz jungen Besucher ihren Spaß an den Dialogen. Als komödiantische Talente erweisen sich die Wachmänner des Prinzen, angeführt von Schlehwein (Felix Scherer) und Holzapfel (Yola Hörschelmann), der die Zuschauer aufgrund seines sehr speziellen Verhältnisses zu Fremdwörtern zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißt.

Witz und originelle Einfälle kommen genauso verschwenderisch zum Einsatz wie dekoratives Beiwerk, etwa dann, wenn die maskierten Darstellerinnen und Darsteller in ihren aufwendigen Kostümen zum höfischen Tanze schreiten. Zu Live-Musik, versteht sich. Purcell zum Auftakt, eine mitreißende Tarantella Neapoletana zum Schluss – die stimmungsvollen Einlagen des Faust-Streichorchesters und des Neigungsfachs Musik Klasse 11 (Staufen und Bad Krozingen) unter der Leitung von Stefanie Braitsch verleihen dem Schauspiel noch zusätzlichen Schwung.

"Ende gut, alles gut": Keine Frage, dass die Bösen entlarvt und selbst die Widerspenstigsten gezähmt im Hafen der Ehe landen, ganz so, wie es dem Publikum gefällt. Und – um im Bild des großen englischen Dichters zu bleiben – wer die von den bewährten Regisseurinnen Andrea Wiese und Andrea Prager leichthändig in Szene gesetzte Aufführung besucht, bekommt ganz sicher, was er will.

Info: Weitere Aufführungen von "Viel Lärm um Nichts" finden statt am Freitag und Samstag, 24. und 25. November, jeweils 19.30, Uhr in der Aula des Faust-Gymnasiums Staufen. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Eintrittskarten sind im Vorverkauf in der Goethe-Buchhandlung in Staufen erhältlich.