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25. August 2012

Schwergewichtiger Abtransport

Die Dampflok am Staufener Faust-Gymnasium geht in den Besitz der Kandertalbahn über.

  1. Lok im Schwebezustand: Der Abtransport des guten alten Stücks erforderte einigen logistischen Aufwand. Foto: Susanne Müller

STAUFEN. 40 Jahre lang zierte die alte Dampflok Nr. 7, Baujahr 1907, das Umfeld zwischen Schienenstrang der Münstertalbahn und Faust-Gymnasium in Staufen. Jetzt erwachte das 1968 stillgelegte Relikt aus dem Dornröschenschlaf und trat am Donnerstag die Reise nach Kandern an, wo der Verein Kandertalbahn versuchen will, die mehr als 18 Tonnen schwere Zugmaschine auf Vordermann zu bringen.

"Wir hatten die Hoffnung schon aufgegeben, doch dann ging es ganz schnell", sagt Markus Maurer und nimmt die alte Dampflok ins Visier seiner Kamera. Vergangene Woche erhielt der Vorsitzende des Zweckverbandes Kandertalbahn die E-Mail. "Ein Sachbearbeiter beim Landkreis teilte mit, dass wir unsere Sammlung historischer Dampfzüge um die alte Lok ergänzen können." Der Grund: Die Baumaßnahmen an der SWEG-Bahnlinie zur Elektrifizierung der Münstertalbahn. "Das war der letzte Anstoß, wir haben ja schon lange mit der Stadt und der Schule sowie dem Kreis als Träger verhandelt", berichtet Maurer. Und wieviel Geld fließt für das denkmalgeschützte Trumm? "Wir haben die Auflage die Maschine zu erhalten", sagt Maurer nur. Dabei hat das fünfköpfige Kernteam der rund 30 aktiven Kandertalbähnler selbstverständlich den Ehrgeiz, die Lok im Zuge der Restaurierung betriebsfähig zu machen. Mauerer, der als Notfallmediziner in Basel arbeitet, und beim Zweckverband sogar eine staatlich anerkannte Lokführerausbildung absolviert hat, wiegt den Kopf und meint, ob das klappe wisse er aber noch nicht. Zum einen müssen technische Hürden genommen werden, zum anderen falle dafür eine beträchtliche Summe an. Eine vergleichbare österreichische T 3-Maschine brachten die Experten im Töpferstädtchen Kandern wieder zum Schnauben, allerdings für einen hohen sechsstelligen Betrag. Und Einnahmen generiert der Zweckverband lediglich durch den Saisonbetrieb der historischen Bahn. Ein Wiedersehen wird es jedoch in jedem Fall geben mit der alten Dampflok Nr. 7. Sie wird künftig entweder zwischen Mai und September auf der 13 Kilometer langen Museumsstrecke zwischen Haltingen und Kandern tuckern oder aber im Lokschuppen zu bewundern sein.

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Es waren am Donnerstag einige Zaungäste in den Krichelnweg gekommen, um die Denkmal-Lokomotive zu verabschieden, die ursprünglich im Jahr 1907 als Nebenbahnmodell für den Einsatz im Kandertal gebaut worden war. Für kurze Zeit beförderte sie auch Personen und Güter auf der Strecke zwischen Bad Krozingen und Münstertal. 1968 wurde die Lok, die der Bauweise preußisch T 2 entsprich, dann stillgelegt. Die Glocke ist auch nicht mehr dran, stellt Maurer fest, während das Montageteam eine Seilkonstruktion um die Lok spannt. Vom Ostbahnhof kriecht unterdessen im Schneckentempo ein "Convoi Exceptionel" daher, um die Fracht aufzunehmen, und die alte Lok über die Autobahn nach Kandern zu verfrachten.

Autor: Susanne Müller