Staatsanwaltschaft

Weitere Anklagen im Staufener Missbrauchsfall erhoben

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 14. Februar 2018 um 11:53 Uhr

Staufen

Im Staufener Missbrauchsfall sind weitere Anklagen erhoben worden: Ein Schweizer und ein Deutscher sollen einen heute Neunjährigen mehrfach vergewaltigt und missbraucht haben.

In Zusammenhang mit dem Staufener Missbrauchsfall befinden sich derzeit acht Tatverdächtige in Haft, darunter die Mutter des Kindes und deren Lebensgefährte. Dem Paar wird vorgeworfen, den heute Neunjährigen seit 2015 gegen mehrere Tausend Euro für Sex im Internet angeboten zu haben. Außerdem sollen sich Berrin T. und Christian L. selbst an dem Jungen vergangen haben. Die beiden sitzen seit September 2017 in Haft.

Wie die Staatsanwaltschaft Freiburg am Mittwoch bekannt gab, wurde nun Anklage gegen einen 49 Jahre alten Soldaten der deutsch-französischen Brigade und einen 37-jährigen Schweizer erhoben. Gegen zwei andere Beschuldigte ist bereits eine Anklage anhängig.

Dreimal im Breisgau zum Missbrauch verabredet

Dem Schweizer wird schwere Vergewaltigung, schwerer sexueller Missbrauchs von Kindern, Verbreitung, Besitz und Erwerb kinderpornographischer Schriften, besonders schwerer Zwangsprostitution und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Beschuldigte soll zwischen Spätherbst 2016 und Januar 2017 dreimal in den südlichen Breisgau gefahren sein. Laut Anklage soll ihm dort Christian L. den Jungen zum Missbrauch übergeben haben. Die beiden sollen das Kind auch gemeinsam missbraucht haben.

Ebenfalls angeklagt ist ein 49 Jahre alter deutscher Soldat, der am 25. Oktober 2017 im Elsass in seiner Kaserne verhaftet wurde. Ihm wird besonders schwere Vergewaltigung in zwei Fällen vorgeworfen, schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, besonders schwere Zwangsprostitution, die Verbreitung und der Erwerb kinderpornografischer Schriften, gefährliche Körperverletzung, Beihilfe zur schweren Misshandlung von Schutzbefohlenen, Beleidigung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen. Der Angeklagte soll sich in Staufen zwischen Februar und Mai 2017 an dem Jungen vergangen haben. Der Missbrauch, bei dem auch die Mutter und Christian L. mitgemacht haben sollen, soll teilweise gefilmt und das Material an Dritte weitergegeben worden sein.

Über die Zulassung dieser Anklagen und die Eröffnung der Hauptverfahren hat das Landgericht Freiburg zu entscheiden. Bereits angeklagt ist ein einschlägig vorbestrafter 43-Jähriger. Ihm wird vorgeworfen, über das Darknet Kontakt mit Berrin T. und Christian L. aufgenommen zu haben. Auf dem Weg in den Breisgau wurde er im Oktober 2017 am Karlsruher Hauptbahnhof verhaftet. Seitdem sitzt er in U-Haft. Gegen einen weiteren mutmaßlichen Sexualstraftäter ist beim Landgericht Freiburg bereits eine Anklage anhängig. Dem 41 Jahre alten Mann aus dem Raum Freiburg wird ebenfalls vorgeworfen, den Jungen missbraucht zu haben. Der Mann ist einschlägig vorbestraft und saß deswegen auch im Gefängnis. Dort soll er Christian L. kennen gelernt haben.
Breisgauer Pädophilenring

  • die 47 Jahre alte Mutter des missbrauchten Kindes, deutsche Staatsangehörige
  • der 39 Jahre alte Lebensgefährte der Mutter, deutscher Staatsangehöriger
  • ein 41-jähriger Deutscher aus dem Großraum Freiburg
  • ein 37 Jahre alter Schweizer, der in Österreich verhaftet wurde
  • ein 32-jähriger Spanier, der in seinem Heimatland gefasst wurde
  • ein 49 Jahre alter deutscher Soldat, der in seiner Kaserne der deutsch-französischen Brigade im Elsass festgenommen wurde
  • ein 43-Jähriger aus Schleswig-Holstein, der den Jungen aus Staufen missbrauchen und foltern wollte und im Oktober in Karlsruhe verhaftet wurde
  • ein 32-Jähriger aus Schleswig-Holstein, der seine eigene Tochter missbraucht haben soll

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