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25. Februar 2010 17:37 Uhr
Hebungen in der Staufener Altstadt lassen nach
Weniger Erdmasse drückt nach oben
Die Probleme in der Staufener Altstadt sind noch nicht gelöst. Eine Nachricht stimmt dennoch zuversichtlich: Das Tempo der Erdhebungen lässt nach.
STAUFEN. Die Masse an Erdreich, die täglich unter der Innenstadt nach oben drückt, hat sich verringert, von 2,7 Kubikmeter auf zwei. "Unsere Gegenmaßnahmen greifen", sagte Bürgermeister Michael Benitz heute bei der monatlichen Pressekonferenz der Stadt.
Die jüngsten, Ende Januar und Mitte Februar durchgeführten Messrunden haben ergeben: Staufen hebt sich nach wie vor, aber nicht mehr so schnell. Im Durchschnitt hat sich das Tempo um zwölf Prozent reduziert, an manchen der 98 übers Stadtgebiet verteilten Messpunkte waren es sogar 20 Prozent weniger. "Das Abdichten der sieben Erdwärmesonden und das Abpumpen des Grundwassers zeigen Erfolge, schneller als es die Experten vorausgesagt haben", betonte Benitz. Der Bürgermeister weiter: "Die Kritik an unserer Vorgehensweise ist verstummt, die Entscheidung zuerst zu erkunden und dann zu sanieren, war richtig." Auch in der am Montag im Faust-Gymnasium veranstalteten Tagung habe niemand mehr Kritik geübt, die vom Regierungspräsidium Freiburg eingeleiteten Sanierungen seien im Gegenteil gelobt worden.Werbung
nzwischen ist die von der Stadt eingerichtete Stiftung zur Erhaltung der Historischen Altstadt von Staufen vom Regierungspräsidium als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts anerkannt. Die Stadt hat die erforderlichen 50 000 Euro Startkapital zur Verfügung gestellt. Auch der Vorstand steht schon fest. Ihm gehören sieben Köpfe an: Benitz als Vorsitzender, Clemens Oberle von der Interessengemeinschaft der Rissgeschädigten, Wolfgang Schuhmann von der Initiative "Wir halten Staufen zusammen", die Gemeinderäte Helmut Zimmermann, Andreas Müller und Volker Siehr sowie Adolf Ruppert. Wer dem Kuratorium angehört, ist noch offen. Das Rathaus will bundesweit bekannte Promis dafür gewinnen, mit deren Bekanntheit auch geworben werden soll. Benitz sagte, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble angesprochen worden sei, er aber abgelehnt habe. Schäuble hat früher einmal Tennis in Staufen gespielt. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung auch über den Entwurf einer Ordnung beraten, nach der sich die geplante Schlichtungsstelle zur Regulierung der Rissschäden richten soll. Die Zahl der geschädigten Privathäuser ist nochmals leicht gestiegen und liegt jetzt bei 247.
Derzeit berichten Betroffene von Schäden und Rissen weit außerhalb der Hebungszone rund um das Rathaus. Betroffen sind die Bahnhofsgegend und Häuser an der Krozinger Straße. Hierbei könnten seitliche Verschiebungen des Erdreichs die Ursache sein. Benitz schloss auf Nachfrage aber aus, dass die ebenfalls im Gewerbegebiet "Gaisgraben" auftretenden Risse etwas mit den Erdwärmebohrungen in der Altstadt zu tun hätten. Laut den Geologen im Regierungspräsidium gebe es keinen Zusammenhang. Der Energieversorger Badenova setzt derweil die Überprüfung der Gasleitungen fort, aktuell sind Arbeiter in der Spitalstraße zugange.
Autor: Hans Christof Wagner
