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11. Juli 2013

Wenn Punks und Hip Hopper auf Hausmeister treffen

Der Kinder- und Jugendzirkus Faustino entführte in Staufen sein Publikum in einen bunten und quirligen Hinterhof.

  1. Mit Fäden, Schlaufen und Diabolos kennt dieser junge Artist des Kinder- und Jugendzirkus Faustino sich aus. Kunstvoll lässt er das teuflische Spielzeug durch die Luft und über die Bühne am Staufener Stadtsee tanzen und wirbeln. Foto: Martina Faller

STAUFEN. Grau und schmuddelig – in diesem Ruf stehen gemeinhin Hinterhöfe. Der Kinder- und Jugendzirkus Faustino räumt mit diesem Vorurteil jedoch gründlich auf. In drei atemberaubenden Aufführungen demonstrierten sie am Wochenende am Staufener Stadtsee, dass das Leben im Hinterhof vielmehr bunt, quirlig und alles andere als langweilig ist.

Immerhin treffen hier die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander; Punks und Hip Hopper auf Hausmeister und Hausfrauen und das stylische It-Girl auf die Unschuld vom Lande. Was Resi bei ihrem Besuch in der Stadt alles erlebt, das erzählen die Artisten mit jeder Menge Akrobatik, Clownerien und Kunststücken und mit viel Witz und sprühenden Ideen. Und die Liebe darf in dieser Hinterhofgeschichte natürlich auch nicht fehlen. Nur dass der Liebesbrief hier von Postboten auf Hochrädern zu gestellt und die Liebeserklärungen mit der Sprühdose als Graffiti auf die Wand gesprüht werden. Dass da die Maler kommen und alles wieder übermalen müssen, versteht sich von selbst. Doch im Kinderzirkus Faustino wird da selbstredend eine originelle Akrobatiknummer daraus. Da werden mit Leitern Pyramiden gebaut und auf ihnen kunstvoll geturnt. Zuvor haben schon die Waschfrauen bewiesen, dass man auf Wäscheleinen nicht nur Wäsche aufhängen, sondern auch formvollendet seiltanzen kann, während die Straßenkehrer die klassische Zirkusnummer mit der Schwerterkiste mit Besenstiel und Plastiktonne völlig neu interpretierten, jedoch nicht weniger Staunen hervorrufen. Ahs und Ohs im Publikum gab es auch bei der Feuerschlucker-Nummer. Flogen da doch nicht nur brennende Fackeln und Diabolos durch die Luft. Auch brennende Kugeln wurden von nackten Händen jongliert und Flammen von Mündern verschluckt oder wirkungsvoll in großen Feuerbällen ausgespuckt. Dazwischen taucht auf seiner Jagd nach Skandalgeschichten immer wieder ein Reporter auf. Doch die nächtliche Sprühaktion verpasst er genauso wie den Maskenball, der vom Faustino, geheimnisvoll und spannend, als atemberaubende Tuchakrobatik inszeniert wurde. Groß und Klein verfolgten mit großen Augen und vor Staunen offenen Mündern die Kunststücke in luftiger Höhe und manch einem stockte bei den unvermittelten Abstürzen der Artistinnen ins Tuch der Atem.

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Durch die Lappen gingen dem Reporter auch der Überfall gerissener Gauner und deren waghalsige Balanceakte auf rollenden Brettern. Nicht unbemerkt blieb der Überfall indes bei den Bewohnern. Resis spitzer Schrei "Hilfe, Überfall", rief alle zum großen Finale in den Hinterhof und führte zum Happy End für das ungleiche Paar Resi und Chris. Am Ende ging der Skandalreporter zwar leer aus. Seinem Fazit, dass es im Hinterhof zwar keine Skandale, dafür viel Schönes, gäbe, konnte das Publikum aber bedingungslos und lautstark zustimmen.

Autor: Martina Faller