Werbung für die Schule: "Ich bin Faust, weil..."

Rainer Ruther

Von Rainer Ruther

Di, 28. März 2017

Staufen

Neugestalteter Tag der offenen Tür am Staufener Gymnasium.

STAUFEN. Nichts ist, wie es früher einmal war: Lehrer arbeiten am Samstag, Eltern streben statt ins Wochenende mit ihren Sprösslingen in die Schule, und in den offen stehenden Klassenzimmern geht es laut und bunt zu. Das liegt daran, dass nichts ist, wie es früher einmal war am Faust-Gymnasium: Nach langen Jahren mit fünf Anfänger-Klassen gibt es seit drei Jahren nur noch vier fünfte Klassen. Grund also, die Werbung um frische Fäustlinge zu verstärken und dabei neue Wege zu gehen.

Schulleitung und Kollegium hatten den Tag der offenen Türen am Samstag lange vorbereitet. Mit Unterstützung eines Werbefachmanns hatten sie ein PR-Konzept erstellt. Es galt, der starken Marke "Faust", die in der Region sehr bekannt und gut eingeführt ist, einen "Relaunch", einen neuen Schub zu geben.

Unter dem Leitspruch "Ich bin Faust, weil..." präsentierte Schulleiter Hans-Joachim Kraus in seiner Einführung zwölf Folien, die ausgedruckt als Plakate auch überall in der Schule hingen. Die Werbebotschaften nahmen allgemeine Redensarten und Sprüche auf und setzten sie mit Hilfe starker Bilder in einen Zusammenhang mit der Schule. "Ich bin Faust, weil hier niemand auf dem Schlauch steht", wies auf die Angebote für Schüler mit Lernschwächen hin. "... weil es bei uns nichts anzukreiden gibt", zeigte im Bild die Ausstattung vieler Klassenzimmer mit interaktiven elektronischen "Whiteboards", die neben den herkömmlichen Wandtafeln für den Unterricht genutzt werden. "...weil hier Mädchen mit Jungs experimentieren" illustrierte die starke Neigung von Schülern und Schülerinnen, nach Klasse 7 als Profilfach Naturwissenschaften und Technik zu wählen, was – so Schulleiter Kraus – durch die brandneuen modernen Räume jetzt noch attraktiver werde. Und "Ich bin Faust, weil wir nicht nur reden, sondern auch mitreden" zeigte das Engagement der Schülervertreter in der SMV, die sich regelmäßig in aktuelle Diskussionen oder wie jetzt in den Bundestagswahlkampf einschalten.

Nach der Theorie die Praxis, und das bedeutete für die zunehmend unruhigen Kinder, endlich auf Entdeckungsreise durch das Haus zu gehen, das vielleicht bald "ihre" Schule sein wird. Begleitet von einer Lehrkraft und einem älteren Schüler oder Schülerin machten sich verschiedene Gruppen auf, das Fünfer-Haus und die Sporthalle zu entdecken, im Musikraum ein kleines Musikstück zu proben und im Chemiesaal aus ganz gewöhnlichen Haushaltschemikalien Schaum und verschiedenfarbiges Wasser zu produzieren. Von "B" wie Bildende Kunst bis "Z" wie Zehn-Finger-System auf Computertastatur gab es verteilt in der Schule 21 Stationen, die Kindern und Eltern Einblicke in die vielfältigen Aktivitäten der Schule innerhalb und außerhalb des Unterrichts gewährten.

Bei der Anmeldung der neuen Fünftklässler Anfang April wird sich zeigen, ob die neue Strategie der Schülerwerbung Erfolg gezeigt hat und sich die Bemühungen gelohnt haben. Viele Eltern sagten auf Nachfrage, sie hätten sich mit ihren Kindern auch an anderen Schulen umgesehen und wollten sich mit ihnen vor der Entscheidung noch einmal intensiv beraten. Nur wenige waren schon am Samstag so fest entschlossen wie ein Vater, der meinte: "Wir wohnen hier in der Gegend, für uns kommt nur das Faust in Frage."

Die Anmeldung am Faust-Gymnasium ist am Dienstag, 4., und Mittwoch, 5. April, jeweils von 13 bis 17 Uhr. Personalausweis und Blatt 4 und 5 der Anmeldung für die weiterführende Schule sind mitzubringen.