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22. Januar 2011

"Wir starten mit Zuversicht ins Jahr 2011"

Verlangsamung der Hebungen und Finanzzusagen des Landes sorgen für eine gewisse Entspannung in der Staufener Risse-Krise.

  1. Mappus’ Hilfszusagen bei seinem Besuch vor Weihnachten haben laut Benitz die Perspektiven in der Risse-Krise verbessert. Foto: A. Huber

  2. Mappus’ Hilfszusagen bei seinem Besuch vor Weihnachten haben laut Benitz die Perspektiven in der Risse-Krise verbessert. Foto: A. Huber

STAUFEN. Staufen stabilisiert sich. Seit Monaten schon ist die Zahl der durch die Hebungen beschädigten Häuser mit 268 konstant geblieben. "Wir starten mit Zuversicht ins Jahr 2011", sagte Bürgermeister Michael Benitz bei der monatlichen Pressekonferenz der Stadt.

Und: "Wir haben jetzt bessere Perspektiven", meinte Benitz. Mit der Zusage seitens des Landes, den Großteil der Sanierungskosten zu übernehmen, sei der Druck herausgenommen worden. Wobei Benitz einräumte, dass es noch nicht gänzlich geklärt ist, woher das Geld insgesamt kommen soll. Ein Drittel will das Land selbst tragen, ein zweites Drittel soll über den kommunalen Länderfinanzausgleich fließen. "Das letzte Drittel macht uns noch Kopfzerbrechen", so Benitz am Donnerstag gegenüber der Presse. Unklar sei auch, wie hoch die Schadenssumme letztlich ausfallen werde. Eine umfassende Schadensanalyse könne erst nach dem Ende der Hebungen vorgenommen werden. Sie verspreche, aufwändig und langwierig zu werden.

Messungen über den aktuellen Hebungsverlauf laufen derzeit und werden voraussichtlich nächste Woche vorliegen. Stadt und Regierungspräsidium gehen davon aus, dass sich der Positivtrend, also die Abnahme der Hebungsgeschwindigkeit, fortsetzt. Wobei die winterlichen Temperaturen, so Clemens Ruch vom Regierungspräsidium Freiburg, momentan eher zum gegenteiligen Effekt beitragen. Mit Beginn des Frühjahres könnte sich also eine weitere Temporeduzierung abzeichnen.

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Vor März werden wohl auch die seit Wochen schon in der Kirchstraße andauernden Bohrungsarbeiten nicht beendet sein. Dort soll ein zweiter Brunnen entstehen, über den Grundwasser aus der Tiefe abgepumpt wird, um es am Einsickern in die Quellschicht aus Gipskeuper zu hindern. Aktuell beträgt die Bohrtiefe 55 Meter. Ursprünglich hätte der Brunnen eine Endtiefe von 140 bis 150 Metern erreichen sollen. Jetzt kann es Ruch zufolge aber auch sein, dass es nur zwischen 110 und 120 Meter sein müssen. Der Grund ist die dort vorgefundene Abfolge der Gesteinsschichten. "Der Standort in der Kirchstraße ist optimal, darüber können wir die Erdwärmesonden zwei und sieben sehr gut erreichen", erklärte Ruch. Der Fachmann aus dem Regierungspräsidium war jedoch einmal mehr skeptisch, ob der Trend der stetigen Verlangsamung des Hebungstempos konstant bleibt und dauerhaft gegen Null tendiert. Die Natur sei hier unberechenbar.

Noch nicht berechenbar sind auch die Kosten für die Brunnenbohrung. Ursprünglich waren dafür knapp 400 000 Euro kalkuliert. Allerdings hätten die Arbeiten aber auch schon vor Weihnachten abgeschlossen sein sollen. Da die Mitarbeiter der Brunnenbaufirma nun deutlich länger im Einsatz sind, ist mit Mehrkosten zu rechnen.

Bürgermeister Benitz berichtete davon, dass von den 5000 in Karlsruhe hergestellten "Staufenkrügen" inzwischen 900 verkauft seien. Er kündigte fürs Frühjahr eine von der Stiftung zum Erhalt der historischen Altstadt veranstaltete Kunstauktion an, um zusätzlich zum Verkauf von Krügen und Briefmarken weiteres Geld einzunehmen.

Autor: Hans Christof Wagner