Schüler auf intergalaktischer Reise

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Sa, 14. Juli 2018

Stegen

Das Kolleg St. Sebastian und die Grundschule in Stegen präsentieren gemeinsam ein aufwändiges Musical.

STEGEN. Was so alles im unendlichen Weltall passieren kann, wenn freche Sternschnuppen ihre Streiche aushecken, Planeten untereinander eifersüchteln, aber dann doch alle zusammenhalten, wenn die fressgierigen Angriffe des großen bösen schwarzen Lochs abgewehrt werden sollen – all dies war beim Musical "Leben im All" von Gerhard A. Meyer durch die Fünftklässler des Kollegs St. Sebastian und die Viertklässler der Grundschule Stege zu erfahren.

Die Kooperation zwischen Grundschülern und Schülern des Kollegs kam zustande, weil einige Grundschüler im nächsten Schuljahr das Kolleg besuchen werden und somit bereits persönliche Kontakte vorhanden waren.

In der mit Eltern und Angehörigen vollbesetzten Halle des Kollegs trat in einem kleinen Vorspiel zunächst ein Großvater mit seiner Enkelin vor den Vorhang. Das Kind löcherte ihn unnachgiebig mit der Frage, wie denn die vielen Sterne an den Himmel gekommen seien. Der Hinweis, dass sich vor Milliarden Jahren Kometen, Planeten, Sonnen und auch Schwarze Löcher in großem Chaos durch den Raum bewegten, reichte dem Kind nicht aus und so machten sich die beiden auf eine Zeitreise ins All.

Der Vorhang ging auf und etwa 25 Rollendarsteller und ein mächtiger Sternenchor aus den fünf beteiligten Klassen sowie eine sechsköpfige Band hatten ihren großen Auftritt.

Zur Intronummer kamen die Schauspieler als Sternschnuppen, Meteore, Kometen, Planeten, der Sonne, des schwarzen Lochs und Opa Galaxos nach und nach auf die Bühne und erzählten in Chorgesang und Soli vom "heftigen und prallen Leben" im All, wo man trotz des Durcheinanders gemeinsam im "Café Himmelskuh" große Feten feierte.

Nur das Quartett des schwarzen Lochs kündigt als Miesmacher an, dass sie, wenn nicht einen großen fetten Stern, so doch mindestens ein paar freche Sternschnuppen schnappen würden. Letztere entkamen nur knapp einem Angriff des bösen Lochs und erfuhren von dem auf Rollerblades heranbrausenden Weltallboten Komet XXL, dass der allseits beliebte Fixstern Opa Galaxos leider immer schwächer werde und wahrscheinlich bald verlösche.

Traurige Lieder wurden angestimmt, aber Opa Galaxos selbst tröstete alle, weil ein jeder Stern einmal verlöschen müsse, aber dafür jedes Mal ein neuer aufgehe. Er verteilte Geschenke – einen großen Kübel Speiseeis an die heiße Sonne, einen neuen Ring für den Saturn und eine Kristallkugel den kleinsten Planeten Pluto, um damit in die Zukunft zu sehen. Opa Galaxos erlosch jedoch, bevor er Pluto erklären konnte, wie dies geht. Das schwarze Loch beobachtete all das stocksauer, weil es wieder mal nichts abbekommen hatte und näherte sich Pluto.

Es nahm dem ratlosen Planeten die Kugel, um es zu fressen. Alle Himmelskörper verbündeten sich und es gelang ihnen, Pluto dem Ungeheuer schließlich zu entreißen, aber unter Verlust der Kristallkugel. Nach einem Intermezzo, bei dem der Mars einen Vulkanausbruch erlitt, weil er immer erglühte, wenn die schöne Venus nahe an ihm vorbeiflog und Venus kokett seine Wunde verband, beschlossen alle, das schwarze Loch zu überlisten, um die Kristallkugel zurück zu erlangen. Venus sollte dabei den Lockvogel spielen. Dies gelang dann auch mit tatkräftiger Hilfe des superschnellen Kometen XXL.

Durch die Kristallkugel erfuhren nun alle vom Aufkommen der Menschen auf der Erde in Milliarden von Jahren und bekamen Mitleid mit diesen klitzekleinen Wesen im riesigen Universum. Um ihnen den Himmel zu verschönern, malten sie dann zusammen viele Sternbilder an denselben und sangen mit dem Chor das Lied vom großen und kleinen Bären.

Wieder zurück von ihrer Reise, betraten Opa und Enkelin erneut die Bühne, sahen eine Sternschnuppe und das Kind wünschte sich, dass aus dem bösen schwarzen Loch wieder ein glücklicher Stern werde. Im Café Himmelskuh feiern schließlich alle das positive Ende.

Unter der musikalischen Leitung von Konstanze Ruttloff hatten Marlies Ortlieb, Birgit Büssemeier, Mona Rössler von der Fachschaft Musik des Kollegs und Ute Reinhard von der Grundschule die rockigen Nummern und Choreografien einstudiert. Es war ihnen gelungen, die jungen Darstellerinnen und Darsteller und den mächtigen Chor zu beeindruckend beherzten Auftritten und Gesangsnummern hinzuführen. Diese wurden gekonnt von der Schülerband, bestehend aus Simaon Rütten (Violine), Matthias Gallus (Oboe), Gabriel Lampert (Fagott) und Jonas Schonstein (Schlagzeug), begleitet.

Einen furiosen Gastauftritt beim Tanz der Planeten um die Sonne hatte die Jazztanz-AG des Kollegs unter der Leitung von Angelika Mey-Künstle. All dies war nur möglich durch die Hilfe vieler fleißiger Hände beim Bühnenbild, den Kostümen, der Maske und an Ton und Technik. Sie alle ernteten großen Beifall.