Stegen sucht Investoren

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Fr, 19. Januar 2018

Stegen

Gemeinde entscheidet sich beim Begegnungshaus gegen Bau durch Eigenbetrieb oder Genossenschaft .

STEGEN. Der Gemeinderat in Stegen hat sich in der Frage, wer das geplante Begegnungshaus im Baugebiet Stockacker bauen und betreiben solle, einstimmig für die Suche nach einem Investor entschieden. In den zwei Baukörpern des geplanten Gebäudes mit einem Investitionsvolumen von 7,5 Millionen Euro sollen Pflegewohngemeinschaften, Tagespflegekapazitäten, ein Netzwerkbüro mit Begegnungsraum und preisgünstiger Wohnraum für Senioren und Familien entstehen.

Vor dem Beschluss stellten Armin Roesner und Sybille Hurter von der Firma KC Kommunal Concept dem Gemeinderat die Vor- und Nachteile verschiedener Varianten einer möglichen Trägerschaftsform vor – unter Berücksichtigung finanzieller und rechtlicher Aspekte sowie personeller Kapazitäten in der Gemeindeverwaltung. Sowohl eine Bauherrschaft durch einen Eigenbetrieb der Gemeinde als auch eine gemeinnützige GmbH oder eine Genossenschaft brächten nach Ansicht der Berater für die Gemeinde zu hohe finanzielle und Haftungsrisiken. Auch sei der immense operative Arbeitsaufwand durch die Personalstruktur und -stärke im Rathaus nicht zu bewältigen.

Demgegenüber bestünde mit dem Verkauf des Grundstücks an einen Investor und einer klaren Festlegung von Auswahlkriterien für die Vergabe die Möglichkeit, diese Risiken auf den Investor zu verlagern und das vorhandene Konzept dennoch zu realisieren. Dem Rat vorgeschlagen wurden ein Investorenauswahlverfahren und parallel dazu aufgrund der Komplexität des europaweiten Ausschreibungsmodus das Einschalten eines Fachanwalts. Nach kurzer Diskussion folgte das Gremium dieser Auffassung und beschloss darüber hinaus, vor dem Verfahren ein Bodengutachten über den Baugrund in Auftrag zu geben. Die konkreten Vorgaben für das Auswahlverfahren sind nach Vorlage eines Kriterienkatalogs durch die Verwaltung Gegenstand weiterer Beratungen im Rat. Um die Einwohner über den Stand des Verfahrens zu informieren und Gelegenheit für Anregungen oder Bedenken zu geben, soll im Laufe des Frühjahrs eine Bürgerversammlung zu diesem Thema stattfinden.