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01. August 2009
Steine in den Weg gelegt
Weil junge Kicker Anwohner nervten, wurden Findlinge platziert
WEINGARTEN. Rot und weiß flattert ein Absperrband, wo noch vor kurzem eine Hand voll Nachwuchskicker auf imaginäre Tore geschossen haben. Ihren improvisierten Bolzplatz am Haierweg dürfen die Jungs nicht mehr bespielen. Können sie auch gar nicht: Drei große Felsbrocken blockieren einen Teil des ohnehin überschaubaren Platzes. Stadt-Sprecherin Petra Zinthäfner erklärt: "Es gab massive Beschwerden von Anwohnern über Lärm und Bälle in den Vorgärten." Förmlich über Nacht wurden die Steine vom Garten- und Tiefbauamt herangeschafft, der Platz eingesät und abgesperrt. "Durch das Fußballspielen wurde das Grün großflächig zerstört", sagt Zinthäfner.
Anwohnerin Andrea Letzner findet die Aktion übertrieben. Ihre Kinder sind zum Kicken zwar noch zu klein, trotzdem sagt sie: "Es kommt auf den Ton an. Mit den Jugendlichen konnte man immer ganz vernünftig reden, wir hatten nie Probleme. Diese Aktion hintenrum finde ich nicht sehr konstruktiv." Der achtjährige Sohn von Petra Riesterer hat das sogenannte wegbegleitende Grün als Spielplatz genutzt – gezwungenermaßen: "Es gibt in der Nähe zwar einen Bolzplatz. Aber von dort ist er mehrmals von Jugendlichen vertrieben worden. Zudem wird der Platz auch als Hundewiese genutzt, da möchte ich mein Kind ungern spielen lassen."
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Brunhilde Rombach hingegen findet die neuen Steine gut: "Ich wohne direkt neben dem Grünstreifen. Die Bälle sind ständig in meinen Garten geflogen. Die Jungen sind dann über die Hecke geklettert, die dadurch beschädigt wurde." Seit rund zehn Tagen – so lange ist der Platz gesperrt – spiele niemand mehr vor ihrem Fenster, so Rombach. Dass aber der Kreativität mit Flatterband keine Grenzen gesetzt werden können, beweisen die Kinder aus der Nachbarschaft: Als Schleuder für Wasserbomben und Bälle eignet es sich nämlich ganz prima.
Autor: Dana Hoffmann


