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14. August 2010 15:14 Uhr

Stoffwechsel: Die Polizei tauscht Grün gegen Blau

In einem Jahr soll Südbadens Polizei nicht mehr in Grün, sondern einheitlich in Blau erscheinen. Die Bereitschaftspolizeidirektion Lahr gibt zunächst für die Streifenbeamten die neue Einsatzkleidung aus.

  1. Ton in Ton: Hauptmeisterin Elke Buchholz ist die einzige Beamtin der Bereitschaftspolizei in Lahr, die am Test der neuen Dienstkleidung mitwirkt. Foto: Bepo

Die Zeiten, da die Polizeibeamten des Landes im grünen Rock ihren Dienst verrichteten, nähern sich dem Ende. Von Einzelfällen abgesehen wird es vom Januar 2012 an keine grünen Uniformen mehr auf den Straßen zu sehen geben. Die Bereitschaftspolizeidirektion Lahr (4. BPD) ist in die Austauschaktion eingebunden, denn sie wird Ausgabestelle für alle Polizeibeamten aus den Polizeidirektionen Emmendingen, Freiburg, Freudenstadt, Rottweil, Villingen-Schwenningen, Offenburg und Rastatt/Baden-Baden.

Wann immer es etwas Größeres außer der Reihe zu bewerkstelligen gilt, ist die Bereitschaftspolizei ein gefragter Partner. Diesmal in eigener Sache. Alle fünf Bereitschaftspolizeidirektionen im Land werden nämlich innerhalb eines Jahres um die 80 Prozent der neuen Einsatzkleidung ausliefern: Fein säuberlich gegliedert nach Hosen, Jacken, Winterjacken, Lederjacken, Hemden und Schuhen. Kleidung für Drinnen und Draußen. Beginnend am 18. Oktober, erläutert Erster Polizeihauptkommissar Günter Armbruster von der 4. BPD, steht man bei der Bepo in Lahr parat, um an vier Tagen in der Woche die neue Kleidung an jeden einzelnen Polizeibeamten auszuhändigen.

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Abschluss für den Frühsommer 2011 geplant

Den Anfang machen die Beamten des Streifendienstes, was etwa 10 000 Uniformen im Land bedeutet. Die zweite Phase beginnt dann nach den Weihnachtsferien für die Beamten im Bezirks- und Postendienst sowie für die Bereitschaftspolizei. Im Frühsommer 2011 soll der Umstellungsprozess abgeschlossen sein. Um die 1100 Sätze Einsatzkleidung werden von der Bepo in Lahr ausgehändigt. Keine neuen Uniformen gibt es logischerweise, so Hans-Martin Berl, der stellvertretende Leiter der Bereitschaftspolizei in Lahr, für jene Beamten, die bis Ende 2011 in den Ruhestand treten. Und wer im Herbst dieses Jahres seine Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei beginnt, der erhält ebenfalls schon die neue Kleidung.

Das Ganze kostet Geld: Ein Satz neuer Einsatzkleidung mit Schutzweste kostete bislang 1600 Euro, die neuen Stoffe kosten um die 1900 Euro. Wobei allein die Schutzweste, erläutert Lothar Weber, Finanzchef bei der Bepo-Verwaltung, mit 350 bis 500 Euro zu Buche schlägt. Da das Geld auch beim Land nicht vom Himmel fällt, sind die Kleiderkonten der einzelnen Polizeibeamten seit drei Jahren im wesentlichen gesperrt: Normalerweise hat jeder Beamte 300 Euro im Jahr zum Kauf von Dienstkleidung zur Verfügung. Für "Notfälle" stehen derzeit noch 60 Euro im Jahr bereit. Dieses finanzielle Luftanhalten wird jetzt zum Kauf der neuen Einsatzkleidung genutzt. Wobei sich die Ausgaben schnell haben, denn im Schnitt hat jeder auch fünf langärmelige Hemden und fünf mit kurzem Arm im Schrank.

Vermessen in Eigenregie

Derzeit läuft bei den Polizeibeamten eine Vermessungsaktion. Sie müssen nämlich einen Zettel ausfüllen, in dem Größen für Hosen, Jacken, Mützen oder auch die gewünschte Länge der Ärmel angegeben werden. Immerhin soll die neue Uniform auch passen. Die Beamten dürfen sich selber vermessen. Damit das Land die erforderliche Anzahl von Kleidungsstücken bestellen kann, die dann in den fünf Bereitschaftspolizeidirektionen deponiert werden. Ist die Hose doch zu lang, gilt, so Armbruster: "Kürzungen müssen selber besorgt und bezahlt werden".

Die Beamten sind deshalb auch angehalten worden, sich selbst "zeitnah" zu vermessen. Nicht, dass bis in einem halben Jahr eine andere Größe notwendig ist, weil jemand zugenommen hat. Weihnachten im Blick, werden also vom 18. Oktober an von Montag bis Donnerstag täglich 36 Streifenbeamte bei der Bepo in Lahr anrücken, um sich ihr neues Gewand abzuholen. Hose an, Kittel an, dann sollte eigentlich alles passen, wenn man beim Vermessen vorher keinen Fehler gemacht hat.

Seit einem Jahr sind landesweit etwa 200 Beamte dabei, die Alltagstauglichkeit der neuen Berufskleidung zu testen. Dazu gehört auch Polizeihauptmeisterin Elke Buchholz von der 4. Bereitschaftspolizeidirektion in Lahr. Die Mutter von vier Kindern arbeitet im Führungs- und Einsatzstab, Bereich Personalwesen.

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Autor: Bruno Kohlmeyer