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14. März 2009

Der Ausweis wird in Straßburg Pflicht

Wegen des Natogipfels erhöht die französische Polizei ab kommender Woche die Kontrollen

STRASSBURG. Im Vorfeld des Nato-Gipfels am 3. und 4. April in Straßburg, Baden-Baden und Kehl wird die französische Polizei die Personenkontrollen deutlich erhöhen. Das gab der Präfekt des Elsass, Jean-Marc Rebière, am Freitag auf einer Pressekonferenz bekannt.

Auch außerhalb der Sicherheitszonen (siehe Grafik) wird die Polizei in Straßburg rund zwei Wochen vor Beginn des Gipfels am 3. April Personen kontrollieren, auch, um mögliche spontane Menschenaufläufe zu verhindern. Nach französischem Recht kann jedes Zusammentreffen von vier Personen so bezeichnet werden. An allen seinen Außengrenzen will Frankreich ab dem 20. März und bis 5. April wieder Personenkontrollen durchführen. An der deutsch-französischen Grenze soll es dann jeweils eine gemeinsame Kontrolle durch deutsche und französische Beamte geben.

Rund um die Stadt wird der Verkehr bereits Tage vor Beginn des Gipfels weiträumig umgeleitet. Die Behörden wollen auf französischer Seite Ende März die Ausschilderungen anbringen, mit der Autos und Lastwagen westlich von Straßburg über Metz und Nancy, und östlich über Karlsruhe und Zürich gen Süden umgeleitet werden. Auf der Umleitung im Unterelsass, die über Selestat, Molsheim, Saverne und Haguenau führt, herrscht ab Freitag dann für Lastwagen Fahrverbot.

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"Während des Gipfels sollte sich nur in Straßburg

bewegen, wer muss."

Jean-Marc Rebière, Präfekt
Auch sonst wird für die Gipfeltage einiges in Straßburg anders laufen als sonst. Die Regionalzüge verkehren am Freitag, Samstag und Sonntag nicht zwischen Straßburg und Kehl. Samstagmorgen fahren auch keine TGV oder ICE über die Grenze, es gibt einen Busshuttleservice zwischen Straßburg und Karlsruhe. Die Schifffahrt auf dem Rhein ist Samstagvormittag verboten. Die Schleusen von Gambsheim und Straßburg werden ab vier Uhr morgens geschlossen. Samstagnachmittag wird der Straßburger Flughafen geschlossen, 13 Flüge fallen aus. Die Tramlinien C und E fahren während des Gipfels nicht durch die Innenstadt, auch einige Buslinien sind betroffen. Eine Alternative könnten Taxis sein, die am 3. und 4. April möglichst viele Fahrer mobilisieren wollen. Ansonsten hat die Polizei seit Wochen den Tipp, Fahrrad zu fahren. "Während des Gipfels sollten sich nur die Personen in Straßburg bewegen, die es müssen", rät Präfekt Jean-Marc Rebière.

Die Straßen, auf denen sich die 28 Delegationen bewegen, werden gesperrt, sobald ein Konvoi vorbeifährt. Die Europabrücke ist am Samstag wohl größtenteils nicht befahrbar. In Straßburg werden rund um die Sicherheitszonen auf der Länge von rund 30 Kilometern bis zu zwei Meter hohe Absperrungen errichtet. Die Ordnungskräfte beteuerten am Freitag, die Absperrungen so spät wie möglich einrichten zu wollen, spätestens aber am Donnerstagabend. Ab dann kann nur in die Sicherheitszonen, wer einen Zugangsausweis beantragt hat. Für die beiden gelben Zonen gelten jeweils unterschiedliche Zugangsausweise.

Autor: Constance Frey