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05. Januar 2011 13:26 Uhr
Zwei-Täler-Arena
Streit um Pachtvertrag: Landwirt bremst Skifahrer aus
Der Winter hat sich für die Schwarzwälder Wintersportgebiete gut angelassen. Doch im Bereich Münstertal-Wieden aber werden Skifahrer ausgebremst. Der Grund: Weil ein Landwirt seinen Pachtvertrag gekündigt hat, steht der Neuhof-Lift still.
Es sind laut Ernst Boll, Geschäftsführer der Skilifte Münstertal-Wieden GmbH, eigentlich nur ein paar wenige Stützpfähle für den Neuhof-Lift, die auf dem Grundstück des Münstertäler Landwirts stehen. Und doch ist dieser mit 900 Metern Länge zweitlängste Lift des Liftverbundes seit etlichen Wochen blockiert. Der Landwirt hat den alten Pachtvertrag gekündigt, auf einen neuen konnte man sich bislang nicht einigen.
Die Vertragskündigung ist dabei nicht einmal das eigentliche Problem. Die bisherigen Pachtverträge sind völlig veraltet und tragen dem Aufwand der Landwirte nur ungenügend Rechnung – das gibt auch Thomas Coch, Geschäftsführer des Zweckverbands Breisgau-Süd Touristik (Ferienregion Münstertal-Staufen), zu. Zusammen mit der Skilift-Gesellschaft und der Gemeinde Münstertal hat sich Coch deshalb daran gemacht, grundlegend neue Verträge auszuarbeiten und dabei auch umfangreiche juristische Beratung des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) eingeholt. Denn für Coch und Boll ist klar: Mit dem Skiliftverbund im Münstertal soll kein Investor befriedigt werden, vielmehr soll – neben den Wintersportfreunden natürlich – die heimische Landwirtschaft davon profitieren.
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Schon mit den alten Verträgen habe man im Bereich der Vergütungen im Vergleich zu anderen Skigebieten nicht schlecht gelegen, meint Coch, die neuen würden nochmals "eine deutliche Verbesserung für die Landwirte bringen". Allein dem besagten Münstertäler Landwirt, der nun als erster in den Genuss eines solchen neuen Vertrages kommen würde, reicht das offenbar nicht. Seine Forderungen seien so hoch, dass es die finanziell ohnehin nicht auf Rosen gebettete Skilift-Gesellschaft überfordern würde, meint Ernst Boll. Thomas Coch pflichtet dem bei: "Wir können hier keinen derartigen Präzedenzfall schaffen."
Derweil machen die Wintersportfreunde ihrem Unmut Luft auf dem Online-Gästebuch der Skilifte Münstertal-Wieden. Ob noch in diesem Winter mit dem Neuhof-Lift-Grundeigentümer – "wohl nicht sehr tourismusfreundlich eingestellt" – eine Einigung erzielt werde, will ein Sportsfreund wissen, denn der Stillstand "schadet dem gesamten Liftverbund und der Gastronomie". Verschärft wird die Situation noch dadurch, dass auch der längste Lift des Verbundes am Heidstein derzeit nicht in Betrieb ist – offenbar, weil die Beschneiung nicht so funktioniert wie sie sollte.
Doch auch mit funktionierendem Heidstein-Lift bliebe der Ausfall des Neuhof-Liftes ein schmerzlicher Verlust. Zwar sagt Boll, dass gewisse Rundfahrten auch ohne diese Abfahrt noch möglich seien, dennoch sei der Neuhof-Lift an einer "Schlüsselposition", wie Coch meint – ohne ihn sei der gesamte "Skizirkus" im Bereich Münstertal und Wieden beeinträchtigt.
Derweil versuchen die Verantwortlichen fieberhaft, doch noch zu einer Einigung mit dem Landwirt zu kommen. Zwei vereinbarte Gesprächstermine seien jedoch leider nicht zustande gekommen, bedauern unisono Bürgermeister Rüdiger Ahlers und Thomas Coch. Bislang steht die Vertragsunterzeichnung aus – ob und wann der Neuhof-Lift wieder den Betrieb aufnimmt, ist so unsicher wie die Wetter-Prognose für den restlichen Winter.
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Autor: Manfred Lange, Alexander Huber
