Bunter Abend in Stühlingen

Da war Magie mit im Spiel

Jutta Binner-Schwarz

Von Jutta Binner-Schwarz

So, 21. Januar 2018 um 13:17 Uhr

Stühlingen

Ein närrisches Überraschungspaket haben die Hungrigen Stühlinger für den Bunten Abend geschnürt. Witzig, spritzig, magisch war das über drei Stunden lange Programm.

STÜHLINGEN. Witzig, spritzig, magisch – der Bunte Abend der Hungrigen Stühlinger im neuen Format wurde vom Publikum heftig gefeiert. Die Akteure hatten mit ihrer Regisseurin Gaby Böhler ein närrisches Überraschungspaket geschnürt, das einfach Spaß machte.

Über drei Stunden lang konnte im Konradsaal gelacht, geklatscht und gestaunt werden! Durch das Programm führte Zunftmeister Daniel Fechtig, der erstmals Bürgermeister Joachim Burger mit Gattin bei diesem fasnächtlichen Großereignis begrüßen durfte. Gekommen waren auch viele Abordnungen befreundeter Narrenvereine. Für musikalische Stimmung sorgten einmal mehr die "Happy Shakers".

Der "Mischmaschchor" um Leadsänger Frank Pieper eröffnete und beendete den Abend als stimmgewaltige Boygroup mit Calypso-Klängen. A-capella bekannte das Quintett: "Gottverdeckel – mir sind e paar verruckte Seckel!" Mit ihrem alemannischen Ohrwurm machten sie richtig Lust auf Fasnet und "Schinkewegge". Viel zu lachen gab es auch beim Narrensamen. Anja Thiel ließ ihn als wilde Bande bunter Trolle über die Bühne wirbeln.

Dann schlug die große Stunde der "16 Shaolin". Die aus dem Reich der Mitte eingereiste (Zächen)-Showtruppe begeisterte mit überraschenden Effekten und fast überirdischer Körperbeherrschung. Obwohl der eine oder andere Shaolinkämpfer dabei den Kopf und mehr verlor, blieb Großmeister Andreas Harrer ganz "Zen". Gewohnt bodenständig, aber auch etwas "Whatts-App"-hörig kamen die beiden stadtbekannten Plaudertaschen Gaby Böhler und Gudrun Schirmer daher. Fast nebenbei offenbarten sie große und kleine Missgeschicke. Ihr ausgeklügelter verbaler Ritt ging von verpassten Ballonfahrten über in Eberswalde gestrandete Supersparpreisfahrer bis zu "grusigen Haagseichern", die am Oktoberfest aus der Rolle gefallen waren. Vor der Pause entführte die Jazztanzgruppe neonfarben in die achtziger Jahre. In ihrem Medley bekannten die Mädels unter anderem "I need a hero". Mit einem Märchen aus "1000 und heute Nacht" ging’s weiter. Ali Papa (Mike Bührer) erzählte "Hänsel und Gretel" "voll krass". Einer der großen Höhepunkte des Abends war der Auftritt der "Tanzmäuse". Simone Blatter schickte ihre zwölfköpfige Truppe zurück in die Steinzeit, wo sie sich auch nicht anders benahmen als die Männer von heute. Eine aufregende Putzfee mit blonder Mähne (Gunnar Würth) wickelte sämtliche Jungs um die Finger. Allen Verführungskünsten zum Trotz hatte sie letztendlich keine Chance gegen die augenrollende "Ehefrau" (Christian Löhle). Die tolle Inszenierung gipfelte im Song "I am, what I am" und ließ beim Publikum kein Auge trocken! Ein weiterer Angriff aufs Zwerchfell war die Stühlinger Version von "Herzblatt". Rudi Carrell (Bernd Bruder) in Hochform versuchte mit allen Mitteln die herrlich in sich ruhende "Doga"-Lehrerin Dotty (Frank Geng) mit drei sehr eigenwilligen jungen Männern zu verkuppeln. Aber dem eisernen Hohenlupfensprössling (Laura Weissenberger) war sein Auto wichtiger und der zwanghafte Sicherheitsbeauftragte (Sandra Fechtig) floh vor etwas Rauch. Es gab kein Happy-End, denn dem Lockruf des spätzleschabenden Naturburschen (Sabine Sklenar) wollte Dotty nicht ins "Schwabenteuerland" folgen.

Auf das Gelächter folgte atemloses Staunen, als die Fußballer um Matthias Blattert das Thema Schwarzlicht völlig neu interpretierten und damit für magische Momente der Schwerelosigkeit sorgten! Möge der SVS künftig auch auf dem Rasen so meisterhaft mit Bällen zaubern! Ganz zum Schluss rief Zunftmeister Daniel Fechtig zum großen, bunten Finale. Sein Dank galt allen Akteuren vor und hinter den Kulissen, aber ganz speziell Gaby und Jürgen Böhler (wir berichten noch). Und weil die Narrenzunft heuer ihren 65. Geburtstag feiert, schwebten Luftballons in den Hanselefarben von der Decke herab.