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17. Februar 2010 20:04 Uhr

Aktionsbündnis

Südbaden hilft Heimbewohnern in Léogâne

Jetzt steht fest, wo Südbaden hilft: Das Aktionsbündnis unterstützt den Wiederaufbau eines Alten- und Behindertenzentrums im haitianischen Léogâne. Zum Heim "Saint Vincent de Paul" gehört auch eine Grundschule und ein Kindergarten.

Während der Spendenstand für das Aktionsbündnis "Südbaden hilft" steigt und steigt, ist jetzt die Entscheidung gefallen, wem mit dem Geld in Haiti geholfen wird: Südbaden unterstützt den Wiederaufbau eines Alten- und Behindertenzentrums in Léogâne.

Das Heim "Saint Vincent de Paul für behinderte und alte Menschen" liegt am Ortsrand von Léogâne. Über 20 eingeschossige Gebäude gibt es auf dem Gelände der Anlage. 132 behinderte Kinder und alte Menschen leben dort. Es gibt zudem einen Kindergarten und eine Grundschule für insgesamt 400 Kinder, die von außerhalb kommen. Auch landwirtschaftliche Anlagen – etwa Schweineställe – sind vorhanden. Doch das Erdbeben hat alle Gebäude beschädigt, viele sind komplett zerstört. Zwölf Menschen haben bei der Naturkatastrophe im Januar hier ihr Leben verloren.

"Die alten und behinderten Menschen sitzen tagsüber lethargisch im Freien unter Bäumen und provisorischen Planen", sagt der Programmkoordinator für Haiti von Caritas international, Jörg Kaiser. Er war mehrmals vor Ort und hat erlebt, wie die hilflose Senioren und die körperlich und geistig Behinderten nun in Zelten übernachten müssen. Sie kochen und waschen sich im Freien, denn das Beben hat Küchen, sanitäre Anlagen, Schlaf- und Aufenthaltsräume unbrauchbar gemacht. "Es sind furchtbare Zustände", so Kaiser.

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Schon kurz nach dem Erdbeben hatten Caritas-Mitarbeiter Kontakt zu dem Heim, das von 16 Schwestern geleitet wird. Schwester Claudette leitet das Zentrum seit über 20 Jahren. Schnell war klar, dass dieses Heim ein Projekt für Südbaden hilft sein könnte. "Dass das Zentrum sich so vorbildlich mit sehr viel Zuneigung um Behinderte, Alte und Kinder kümmert, verdient unsere Unterstützung", sagt Kaiser. Das Zentrum sei in dem völlig zerstörten Léogâne eine wichtige Anlaufstelle.

Die Experten von Caritas internationale rechnen damit, dass der Wiederaufbau des Zentrums zwei bis drei Jahre dauern wird. Südbaden hilft wird ihn komplett begleiten. Bei allen Entscheidungen sollen die Schwestern einbezogen werden. Erste Schritte wurden schon getan. Arbeiter haben Dächer von beschädigten Gebäuden gesichert oder abgetragen. Schnell war klar: Die Gebäude des Heims waren nicht erdbebensicher gebaut, meistens wurden ungeeignete Baustoffe verwendet.

"Die neuen Gebäude sollen so errichtet werden, dass sie erdbeben- und hurrikansicher sind", sagt Kaiser. Neue Gebäude sind das Eine, doch das Aktionsbündnis Südbaden hilft (zu dem neben der Caritas die Stadt Freiburg, die Badische Zeitung und das Freiburger Studio des SWR gehören) will auch an anderer Stelle helfen: "Schwester Claudette hat uns auch um psychosoziale Hilfe für die Lehrer und die Schüler der Grundschule gebeten", sagt Kaiser. Man rechnet zudem damit, dass viele Menschen, die seit dem Erdbeben körperlich behindert sind, St. Vincent de Paul aufsuchen.

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Autor: Michael Neubauer