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28. Dezember 2011 12:07 Uhr

Grosses Interesse

Bundesfreiwilligendienst ist im Südwesten besonders beliebt

Der Bundesfreiwilligendienst stößt bei jungen Menschen im Südwesten auf besonders großes Interesse. Seit dem 1. Juli haben bereits mehr als 3200 Menschen Verträge abgeschlossen – deutlich mehr als etwa in Bayern.

  1. Der Bundesfreiwilligendienst ist im Südwesten besonders beliebt. Foto: dpa

Der Bundesfreiwilligendienst stößt im Südwesten auf besonders großes Interesse. Seit dem 1. Juli haben bereits mehr als 3200 Menschen Verträge abgeschlossen, das ist deutlich mehr als etwa in Bayern. Dort gibt es bislang nach weiteren Angaben des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben gut 2700 "Bufdis". "Mit so hohen Zahlen hatten wir nicht gerechnet – auch weil der Dienst wegen rechtlicher Fragen holprig angelaufen ist", sagte Wolfgang Hinz-Rommel vom Diakonischen Werk in Württemberg, dem größten Träger für den Dienst im Südwesten.

Unter der Regie der Diakonie sind 570 Menschen, davon 360 in Württemberg und 210 in Baden, meist ein Jahr lang ehrenamtlich tätig – sei es in Kindergärten, Pflegeheimen oder der Behindertenhilfe. Aber auch in kulturellen und ökologischen Projekten können sich die "Bufdis" engagieren. Andere Anbieter des Dienstes sind das Deutsche Rote Kreuz und der Internationale Bund.

Die Lücke, die das Fehlen von 1500 Zivildienstleistenden bei der Diakonie Württemberg hinterlassen hatte, könnten die Bundesfreiwilligen allerdings nicht schließen, berichtete Hinz-Rommel. "Ein Zwangsdienst lässt sich nicht durch einen Freiwilligendienst ersetzen." Auch die bei den "Zivis" populären Tätigkeiten wie Hausmeister-, Pförtner- und Fahrdienste stünden bei den Freiwilligen nicht oben auf der Wunschliste.

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Knapp 20 Prozent der Helfer sind älter als 27 Jahre und im Schnitt 41 Jahre alt. Unter den Älteren seien Menschen, die einen beruflichen Neustart wagten, und Frauen, die nach der Babypause wieder einen beruflichen Einstieg anstrebten, erläuterte Hinz-Rommel. "Wieder andere haben genug Geld verdient und suchen nach einer sinnvollen Tätigkeit."

Für die Jüngeren sei das mit einem Taschengeld von monatlich 300 Euro entgoltene Engagement oft eine Brücke zwischen Schule und Ausbildung. Einen Run auf die Stellen erwartet die Diakonie nach dem doppelten Abiturjahrgang in Baden-Württemberg im kommenden Jahr. Anders als beim Freiwilligen Sozialen Jahr, bei dem sich zwei Drittel Frauen engagieren, ist das Interesse am Bundesfreiwilligendienst gleichmäßig auf die Geschlechter verteilt. "Auch in dieser Hinsicht sind wir angenehm überrascht", resümierte Hinz-Rommel.

Im Angebot sind allein bei der Diakonie Baden-Württemberg 2500 Einsatzplätze, die bisherigen Zivildienststellen. Allerdings wird die Zahl der Bundesfreiwilligen bei den Einrichtungen im kommenden Jahr gedeckelt. Das Ziel der Diakonie im Südwesten ist es deshalb, so schnell wie möglich auf mindestens 1000 "Bufdis" zu kommen.

INFO

Der am 1. Juli 2011 eingeführte Bundesfreiwilligendienst (BFD) ersetzt den im Zuge der Aussetzung der Wehrpflicht abgeschafften Zivildienst. Geleistet werden kann er von allen Bürgerinnen und Bürgern gleich welchen Alters, die ihre Pflichtschulzeit absolviert haben. Die Regeldauer beträgt zwölf Monate, möglich sind aber auch Dienste zwischen mindestens sechs und maximal 24 Monaten. Freiwillige über 27 Jahren können auch in Teilzeit (min. 20 Wochenstunden) arbeiten. Als Aufwandsentschädigung gibt es ein Taschengeld in Höhe von max. 330 Euro. Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung werden bezahlt. Je nach Dienststelle kommen Unterkunft, Verpflegung und Dienstkleidung hinzu.

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Autor: dpa