Engpass bei Studentenbuden

Franz Schmider

Von Franz Schmider

Di, 27. September 2016

Südwest

Vor allem in Baden-Württembergs Unistädten sind bezahlbare Wohnungen kaum zu finden.

FREIBURG. Studienanfänger haben es in diesem Jahr noch schwerer als in der Vergangenheit, eine bezahlbare Bleibe zu finden. Das belegt eine am Montag veröffentlichte Erhebung des Potsdamer Moses-Mendelssohn-Instituts. Dabei zeigt sich zudem, dass die Universitätsstädte in Baden-Württemberg besonders betroffen sind.

Basis der Erhebung ist die Auswertung der Daten des Internetportals WG-gesucht, das mit 73 Millionen Besuchern pro Jahr führend in diesem Sektor ist. Demnach ist der Preis für ein Zimmer in einer WG – nach wie vor eine besonders beliebte studentische Wohnform – bundesweit in nur einem Jahr von 330 auf 349 Euro gestiegen. Wobei dieser Anstieg in Freiburg (von 350 im Jahr 2014 auf 389 Euro 2016), Stuttgart (2013: 361; 2016: 425 Euro) und Konstanz (2013: 345 ; 2016: 370 Euro) deutlich über dem Durchschnitt liegt. Bundesweiter Spitzenreiter bei den Mieten bleibt indes München mit 560 Euro pro Zimmer.

Unter den zehn Städten mit der größten Anspannung auf dem Wohnungsmarkt stehen vier aus Baden-Württemberg (Stuttgart Platz 5, Freiburg 6, Tübingen 9 und Konstanz 10). Mit Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim und Ulm stehen weitere vier Universitätsstädte unter den ersten 20.

"Die Studenten werden dabei aus zwei Richtungen in die Zange genommen", sagte Stefan Brauckmann vom Moses-Mendelssohn-Institut (MMI) der Nachrichtenagentur dpa. Zum einen gebe es generell mehr Single-Haushalte sowie den Trend zum "multilokalen" Wohnen etwa durch Patchworkfamilien. Zum anderen strebten auch immer mehr Menschen mit wenig Einkommen in kleine und günstige Wohnungen.

Für Marco Wölfle vom Freiburger Center for Real Estate Studies zeigt die Erhebung, "dass gerade an den genannten Orten alles dafür getan werden muss, schnell Flächen zum Bau auszuweisen und nicht durch Preisbremsen oder deren Verschärfung noch mehr Investoren abzuschrecken, die bei der Schaffung von Wohnraum helfen können. Auch eine schnelle Aufstockung finanzieller Mittel im sozialen Wohnbau könnte helfen, wird sich aber auf dem Markt kaum auswirken", sagte Wölfle der Badischen Zeitung.

An den Aktivitäten der Studierendenwerke liegt es kaum, dass die Situation für Studienanfänger so angespannt ist. Mit einer Quote von 14,4 Wohnheimplätzen pro 100 Studierenden liegt Freiburg bei 33 000 Studierenden über dem bundesweiten Durchschnitt von 9,9 Prozent.