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24. März 2011 08:31 Uhr
MÜNSTERTAL
Münstertal entscheidet über die Windkraftnutzung
Parallel mit der Landtagswahl stimmen die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Münstertal über eine kleine Energiewende ab. Die 4000 Stimmberechtigten sollen erklären, wie sie zur Nutzung der Windkraft im Münstertal generell und auf dem Höhenzug Brandenberg/Breitnauer Kopf speziell stehen.
18 Millionen Kilowattstunden Strom könnten die drei Windräder nach Angaben von Andreas Markowsky, Geschäftsführer der Ökostromgruppe Freiburg, eines Tages liefern, mehr, als die gesamte Gemeinde pro Jahr verbraucht. Münstertal wäre autonom. Gebaut und betrieben werden soll die Anlage von einer Bürger-Beteiligungsgesellschaft.
Dass dies möglich ist, bescheinigt den Initiatoren der neue Windatlas der Landesregierung. Demnach gehört die Region Branden/Breitnauer Kopf zu den besten Windstandorten im Land – 1121 Meter hoch gelegen, sehr konstant von einem Westwind umweht, die Stärke groß genug, um ein großes Rad zu drehen. Deutliches Handicap: Die Stelle ist exponiert, also nicht nur dem Wind, sondern auch den Blicken ausgesetzt.
Bürgermeister Rüdiger Ahlers sieht im Bau der Windräder "eine große Chance, einen Beitrag zur Energiewende" und zum Klimaschutz zu leisten. Er unterstützt das Vorhaben, ihm geht es darum, "dass jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten einen Beitrag leistet", dass der Ausstieg aus der Atomkraft gelingt. Wenige Tage vor der Befragung will Ahlers sich aber mit Meinungsäußerungen zurückhalten. Denn die Gegner der Windkraft formieren sich.
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Nicht dass es bislang keine Diskussionen um die Nutzung der Windkraft gegeben hätte. Seit der Regionalverband südlicher Oberrhein 2004/05 den Bereich Brandenberg/Breitnauer Kopf zum Vorranggebiet erklärt hat, gibt es Gegenstimmen. Aufgrund der besonderen Blickbeziehungen zwischen Schauinsland, Feldberg und Belchen konnte das Gebiet aus landschaftsschutzrechtlichen Erwägungen nicht als Vorranggebiet ausgewiesen werden. Inzwischen aber haben sich die Kriterien geändert, die Landesregierung will die Windenergie stärker nutzen – und der Brandenberg "ist einer der geeignetsten Standorte, die wir haben", wie Dieter Karlin, der Geschäftsführer des Regionalverbandes betont.
Nun wollte der Regionalverband von den Gemeinden eine Grundsatzentscheidung. In den meisten vergleichbaren Gemeinden diskutiert der Gemeinderat das Thema, in Münstertal will Bürgermeister Ahlers dazu die Meinung der Bevölkerung hören. Jetzt sieht er sich mit einer Dagegen-Bewegung konfrontiert, die vor Ort massiv plakatiert und zu der sich im Internet auch die "Lifestyle-Päpstin" und Verlegerin Angelika Taschen aus Berlin bekennt. Hauptkritikpunkt ist die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Und drei Tage vor der Befragung meldet sich auch das Landratsamt mit wasserschutzrechtlichen Bedenken zu Wort. Dabei steht der Standort der Windräder noch nicht fest und daher auch nicht, ob sie in Schutzzone 2 oder 3 zu stehen kämen. Und selbst für Zone 2 wäre laut Regionalplan eine Einzelfallprüfung nötig.
- Standortsuche: Wo der Wind weht – Atlas belegt Potenzial im Südwesten
- Münstertal: "Passen Windräder in das Ensemble?"
Autor: Franz Schmider
