Rheintalstrecke

Grube in Freiburg: "Viel Vernünftiges"

Beate Beule

Von Beate Beule

Sa, 30. Oktober 2010 um 18:35 Uhr

Südwest

Auf der Fahrt von Offenburg bis Weil am Rhein machte Bahnchef Rüdiger Grube am Samstagnachmittag in Freiburg Station. Nach einer halben Stunde war der Besuch aber schon wieder vorbei.

Rund 250 Demonstranten waren zum Tierhygienischen Institut im Freiburger Westen gekommen, um dort für einen besseren Lärmschutz entlang des geplanten dritten und vierten Gleises der Rheintalbahn zu protestieren. Bis die Anwesenden den Bahnchef zu Gesicht bekamen, mussten sie sich jedoch gedulden. Denn auf der Fahrt von Offenburg nach Freiburg hatte sich der Tross schon eine Verspätung von rund einer halben Stunde eingehandelt.

Dennoch nahm sich Rüdiger Grube bei seinem Stopp in Freiburg die Zeit, auch einzelne Fragen der Bürger zu beantworten. Dabei versprach er, mit den Betroffenen in einen Dialog treten zu wollen. "Ein zweites Stuttgart 21 macht keinen Sinn", sagte Grube. Auf konkrete Forderungen ging der Bahnchef zwar nicht ein, dafür versprach er den Anwesenden jedoch, bis Ende Januar noch einmal in die Region zu kommen. Durch seine Fahrt entlang der Strecke habe er viele Eindrücke gewonnen, sagte Grube, nun könne er die Fakten besser beurteilen. Außerdem sei es "beeindruckend", wie geschlossen die Bevölkerung auftrete.

Genau wie in den anderen Gemeinden hatten sich auch in Freiburg viele Protestierende mit Plakaten und Transparenten an der Strecke aufgestellt – zum stummen Protest. Auch am Tierhygienischen Institut gab es nur vereinzelte Pfiffe für den Bahnchef. Damit folgten die Teilnehmer dem Wunsch der Bürgerinitiative Igel, auf Kooperation statt auf Konfrontation zu setzen. Auch Freiburgs Erster Bürgermeister Otto Neideck und Michael Schlegel, Bürgermeister der Gemeinde Reute, betonten in ihren Ansprachen, dass niemand etwas gegen den geplanten Ausbau der Rheintalbahn habe – solange er verträglich für die Bevölkerung sei. Dieses konstruktive Vorgehen gefiel Bahnchef Grube. "Ich habe hier viel Vernünftiges gehört", sagte er.

Nach einer guten halben Stunde war sein Aufenthalt in Freiburg schon wieder vorbei – und der Tross zog weiter Richtung Süden. Um die zuvor verlorene Zeit wieder aufzuholen, ging es vom Tierhygienischen Institut jedoch direkt auf die Autobahn. Der eigentlich vorgesehene Schlenker durch Freiburgs Ortsteil Lehen fiel aus.

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