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22. Mai 2010 12:48 Uhr

Neue Impulse für Flughafenbahnhof

In den seit Jahren diskutierten Bahnanschluss für den Euro-Airport (EAP) kommt neue Bewegung. Nachdem Frankreich bisher sparsam war mit Finanzierungszusagen, hat jetzt der neue Präsident der Region Elsass, Philippe Richert, seine Bereitschaft signalisiert, sich an den Kosten zu beteiligen.

  1. Ein Knotenpunkt, dem mit dem Bahnanschluss noch eine Strippe fehlt: der Euro-Airport. Foto: Eriche Meyer

In Kürze soll auch der für das Projekt eingerichtete trinationale Lenkungsausschuss unter dem Vorsitz des Präfekten des Départements du Haut-Rhin, Pierre-André Peyvel, wieder zusammentreten, er hatte zuletzt 2005 getagt.

Das Thema ist ein Dauerbrenner. Konkrete Finanzierungszusagen liegen bisher mit 25 Millionen Franken (derzeit rund 17,8 Millionen Euro) vom Schweizer Bund und mit weiteren 10 Millionen Franken aus dem Kanton Basel-Stadt vor. Im März 2009 hatte zudem der frühere Baden-Württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger die Bereitschaft des Landes signalierte bis zu zehn Millionen Euro von deutscher Seite zuzuschießen.

Hoffnung auf Signal aus Frankreich

Denselben Betrag hatte dieses Frühjahr auch Charles Buttner, der Präsident des Südelsässer Generalrats, in den Topf geworfen. Während sich der erst im März als Nachfolger des im letzten Jahr verstorbenen Adrien Zeller gewählte Philippe Richert bisher noch nicht auf die Höhe einer Beteiligung festgelegt hat, wird nun mit Spannung erwartet, was der französische Staat beizutragen bereit ist, den der Präfekt repräsentiert.

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Eile ist derzeit vor allem wegen des bisher größten Beitrags, den 25 Millionen Franken, aus den Töpfen der Schweiz geboten. Die Berner Zusage war an einen Baubeginn bis 2010 und eine Fertigstellung bis 2015 gekoppelt und ist deshalb nicht mehr lange bindend. Im November 2009 hatte zwar der Baselbieter SP-Ständerat Claude Janiak im Schweizer Parlament einen Antrag auf eine Verlängerung um fünf Jahre eingereicht. Entschieden wird darüber aber erst am 15. Juni. Ein klares Signal aus Frankreich könnte die Stimmung in Bern aber höchstwahrscheinlich positiv beeinflussen. Der trinationale Lenkungsausschuss dürfte jedenfalls noch vor der Sitzung im Berner Nationalrat zusammenkommen.

Bahnanschluss seit zehn Jahren ein Thema

Diskutiert wird der Bahnanschluss, mit dem der Euro-Airport sein Einzugsgebiet merklich auszudehnen hofft, seit rund zehn Jahren. Eine erste Machbarkeitsstudie wurde 2003 erstellt, sie errechnete Kosten von bis zu 210 Millionen Euro; eine überarbeitete und abgespeckte Version der ETH Lausanne, die das Projekt in mehrere Ausbaustufen und Tranchen unterteilte und zunächst vor allem auf die Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs setzte, kam rund fünf Jahre später noch auf Kosten von rund 170 Millionen.

Zwar hat das Projekt, das mit verlässlicher Regelmäßigkeit thematisiert wird, wenn von einer wirtschaftlichen Entwicklung der Region die Rede ist, bisher nur vereinzelte Gegner. Die Kosten schreckten aber auch die Befürworter ab; dazu kam der krisenbedingte Rückgang der Fluggäste 2008 und 2009 und nun die Einbrüche der öffentlichen Steuereinnahmen.

Einstweilen jedenfalls sind auch von den inzwischen als Größenordnung gesetzten 171 Millionen Euro erst etwa 45 Millionen Euro zugesagt. Konkrete Zusagen aus Straßburg, Paris und nicht zuletzt vom Euro-Airport selbst, der seinerseits die Bereitschaft zur Beteiligung signalisiert hat, könnten das Blatt wenden.

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Autor: Annette Mahro