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29. Dezember 2008 13:12 Uhr

Überraschende Bilanz im Neckar-Odenwald

Sauberer Strom im ganzen Kreis

Atomkraft? Nein danke! Das können die Bewohner des Neckar-Odenwald-Kreises jetzt sagen. Denn der Kreis, in dem der Atommeiler Obrigheim abgebaut wird, kann den Strombedarf all seiner privaten Haushalte umweltfreundlich decken.

  1. Das AKW Obrigheim ist nach dem gesetzlich beschlossenen Atomausstieg stillgelegt worden. Foto: ddp

OBRIGHEIM (dpa). Über dem stillgelegten Atomkraftwerk Obrigheim hängen Dampfschwaden. Das neue, nebenan errichtete Biomasse-Heizkraftwerk ist in Betrieb. Nach dem Aus für das älteste deutsche Kernkraftwerk will der Neckar-Odenwald-Kreis zur Modellregion für erneuerbare Energie werden. Ein erstes Ziel ist erreicht: Rechnerisch kann der Kreis den Strombedarf all seiner privaten Haushalte umweltfreundlich decken.

"Wir sind den Anderen einen Schritt voraus", sagt Mathias Ginter, Geschäftsführer der kreiseigenen Abfallwirtschaftsgesellschaft. Der Schritt entspricht elf Jahren. Denn nach dem Energiekonzept des Landes soll Baden-Württemberg 2020 ein Fünftel des Strombedarfs mit erneuerbarer Energie decken. "Wir haben unser Soll schon übererfüllt", sagt Ginter. Biomasse-Heizkraftwerke, Wasserkraft, Biogasanlagen, Photovoltaik- und Windanlagen erzeugen 288 500 Kilowattstunden Strom im Jahr, das entspricht 165 Prozent des Bedarfs privater Haushalte. Dass man erst jetzt gemerkt hat, dass der Kreis sein Ziel der Energieautarkie auf Ebene der privaten Haushalte schon erreicht hat, liegt daran, dass bisher keiner genau gerechnet hat. Umso überraschter war man jetzt von der Bestandsaufnahme.

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Schleppend allerdings läuft das geplante "Bioenergiezentrum Odenwald", das anstelle des im Abbau begriffenen AKW in Obrigheim entstehen soll. Einzig das Biomasse-Heizkraftwerk ist entstanden. Weitere Großprojekte, etwa eine Anlage für Biodiesel, haben sich zerschlagen.

Autor: dpa