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28. Juli 2012

Syngenta bleibt weiter auf Rekordkurs

Basler Saatgut- und Pflanzenschutzkonzern verzeichnet zum Halbjahr deutliches Umsatzplus, spürte aber auch den hohen Franken.

  1. Mike Mack in Basel Foto: dpa

BASEL. Syngenta bleibt auf Rekordkurs. Damit kommt der Basler Agrochemie- und Staatgutkonzern dem ehrgeizigen Ziel, den Jahresumsatz bis 2020 auf 22 Milliarden Dollar zu steigern, ein weiteres Stück näher. Im ersten Halbjahr jedenfalls hat sich der Umsatz erneut um sieben Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar verbessert. Profitiert hat der Konzern dabei vor allem von der starken Nachfrage in den USA; dort stiegen die Umsätze um sagenhafte 24 Prozent an. Aber auch in Europa meldet Syngenta ein Wachstum von neun Prozent, vor allem in Frankreich, Russland und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion, wo es für die Branche noch "riesige Potenziale gibt", wie Chief Executive Officer (CEO) Mike Mack am Donnerstag mit dem Topmanagement vor Medien in Basel sagte. Zudem profitierte der Konzern von der harten Forstperiode, in deren Folge sieben Millionen Hektar Getreide erfroren sind, was Nachsaaten nötig machte und so auch den Absatz zusätzlicher Pflanzenschutzmittel ankurbelte.

Unter dem Strich blieb darüber bislang ein Reingewinn von 1,5 Milliarden Dollar (2011: 1,4) in den Kassen hängen; für Mack ein weiteres Indiz, dass die 2011 eingeleitete Fusion der Sparten Pflanzenschutz und Saatgut zu einer strategischen Einheit, die Lösungen aus einer Hand anbietet und mittels der der Konzern bis 2015 zudem 650 Millionen Dollar einsparen will, stimmig ist. Getrieben wurde das Geschäft aber nicht zuletzt auch von der stetig steigenden Nachfrage bei Mais; dieser sei nicht nur in den USA auf dem Vormarsch, sondern auch in Südamerika. Das wiederum ist nicht zuletzt Ausdruck der hohen Nachfrage der Fleisch- und Geflügelindustrie nach Futtermitteln.

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Auch die grüne Gentechnik spielt im Konzern eine immer wichtigere Rolle. "Die Herausforderungen werden nicht kleiner", sagt Mack dazu. Im Gegenteil: Angesichts immer unberechenbarer Klimaphänomene – die aktuelle Dürre in den USA ist ein Fall – und steigender Nachfrage allein auf Grund der wachsenden Weltbevölkerung brauche es einen "Werkzeugkasten mit allen Instrumenten." In Folge der kritischen Haltung zu genmodifizierten (GM) Produkten in Europa aber habe Syngenta diese Technologie seit zehn Jahre in den USA gebündelt. Man werde auch kein Geld in die Hand nehmen, um die Öffentlichkeit in Europa nun vom Nutzen der GM zu überzeugen, sondern setze auf evolutionäre Prozesse, betonte Mack. Zumal Syngenta in der Schweiz derzeit noch andere Sorgen hat: Wie viele spürt der Konzern, der rund 16 Prozent der Kosten in der Schweiz verbucht, die aktuelle Frankenstärke besonders. Unter dem Strich belasteten die Wechselkurseffekte die Bilanz nach Angaben des Managements in den ersten sechs Monaten mit rund 200 Millionen Dollar.

Autor: Michael Baas