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06. Juni 2010 14:43 Uhr

Oberbürgermeister-Besuch

Tel Aviv und Freiburg: Bald schon Partnerstädte?

Freiburg und Tel Aviv – daraus könnte schon bald eine Städtepartnerschaft werden. Die Beziehungen zwischen beiden Städten sind gut, am Dienstag kommt Tel Avivs Oberbürgermeister zum ersten Mal nach Freiburg.

  1. Tel Avivs OB Ron Huldai (rechts) und sein Freiburger Kollege Dieter Salomon im vergangenen Jahr bei Salomons Besuch in Tel Aviv. Foto: Stadtverwaltung

Ron Huldai, der Oberbürgermeister von Tel Aviv, kommt am Dienstag zu Besuch und wird für zwei Tage in Freiburg bleiben. Die israelische Großstadt und Freiburg unterhalten eine Städtefreundschaft, daraus könnte aber bald schon eine Städtepartnerschaft werden. Die CDU-Ratsfraktion drängt nun darauf, dass Huldai und Freiburgs OB Dieter Salomon ein "Memorandum of Understanding" für eine spätere Partnerschaft unterzeichnen. Auch Salomon sieht Fortschritte in der Beziehung der beiden Städte.

Salomon über Tel Aviv: "Es ist eine großartige Stadt"

Der OB hat sich seinen Terminkalender am Dienstag und Mittwoch am Freiburger so eingerichtet, dass er das Freiburger Besuchsprogramm seines Amtskollegen aus Tel Aviv weitgehend begleiten kann: "Wir wollen uns von unserer besten Seite zeigen", sagt Salomon. Es ist die erste Visite von Ron Huldai, Mitglied der Arbeitspartei, in Freiburg. Salomon wiederum war schon mehrfach in Tel Aviv und ist begeistert: "Es ist eine großartige Stadt". Auch im vergangenen Jahr bei Tel Avivs 100. Geburtstag war Freiburgs OB eingeladen – protokollarisch wurde er behandelt wie die anwesenden Oberbürgermeister der richtigen Partnerstädte. Tel Aviv hat deren 26 – darunter einen bunten Reigen an Weltstädten von New York über Barcelona, Sao Paulo, Moskau bis Peking. Verschwistert ist Israels Kapitale auch mit den drei deutschen Städten Frankfurt, Köln und Essen. Tel Aviv selbst hat rund 400 000 Einwohner, in der Metropolregion leben 3,3 Millionen Menschen.

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In Freiburg respektierte man dem Wunsch aus Tel Aviv, wegen der Vielzahl der Partnerschaften zunächst einmal bei einer Städtefreundschaft zu bleiben und lieber gemeinsame Projekte zu starten. "Es gibt viel Nachfragen aus Tel Aviv zu den Themen Verkehrsplanung, Umweltschutz und öffentlichem Nahverkehr, da steht die Stadt vor großen Herausforderungen", sagt Freiburgs OB. Die Zusammenarbeit klappt sehr gut – und in Tel Aviv scheint man über die Freiburger Kompetenzen beeindruckt: "Bem Informationsaustausch mit anderen Städten hat sich die Freundschaftsstadt Freiburg immer schnell und am Zuverlässigsten gemeldet", berichtet Johannes Reiner, der Vorsitzender des Freundeskreises Städtepartnerschaft Freiburg – Tel Aviv. Reiner, eben erst von einem fünfmonatigem Israel-Aufenthalt zurückgekommen, hält eine Städtepartnerschaft wegen des guten Miteinander auch früher als eigentlich gedacht für möglich. Reiners Fazit: "In Tel Aviv ist man von Freiburg angetan".

So wie Tel Aviv von Freiburg beim Thema Nachhaltigkeit lernen kann, könne umgekehrt Freiburg bei Forschung, Wissenschaft und Hightech-Bereich – hier sei Tel Aviv jeweils Weltspitze – profitieren, sagt der Freundeskreis-Vorsitzende. Die Stadt habe auch eine reiche Kulturszene. Eine Theatergruppe aus Tel Aviv soll bei der 100-Jahr-Feier des Freiburgers Theater mit dabei sein, berichtet Günter Burger, im Freiburger Rathaus zuständig für die internationalen Kontakte.

Ist die Freundschaft zu Isfahan ein Problem?

Freiburg hat neun Partnerstädte plus Wiwili in Nicaragua als Freundschaftsstadt. Zu den Partnerstädten zählt auch Isfahan im Iran. Könnte diese Verbindung ein Hemmschuh für eine mögliche Partnerstadt in Israel sein? "In Tel Aviv ist das von Anfang bekannt und natürlich gibt es dazu auch kritische Stimmen", berichtet Johannes Reiner. "Aber wenn es wirklich ein Problem wäre, würde OB Huldai nicht nach Freiburg kommen".

Auch für OB Salomon wäre Tel Aviv als Partnerstadt in Israel ein Ausgleich zu Isfahan. Die CDU hat nun ein Memorandum als formellen Akt vorgeschlagen: "Man muss die die günstige Gelegenheit nutzen", meint CDU-Stadtrat Daniel Sander. Freiburgs OB würde ein Memorandum unterzeichnen – wenn dies sein Tel Aviver Kollege ebenfalls wünscht. Salomon: "Ich finde es toll, dass er kommt".

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Autor: Joachim Röderer