Tötungsdelikt

52-Jähriger ersticht Ex-Freundin und gemeinsamen vierjährigen Sohn in Teningen

Marius Alexander und Benedikt Sommer

Von Marius Alexander & Benedikt Sommer

Fr, 28. Juli 2017 um 19:05 Uhr

Teningen

Tödliche Messerstiche in einem Wohngebiet: In Teningen hat ein 52-jähriger Mann seine frühere Freundin und den vierjährigen Sohn erstochen. Nachbarn wurden durch Schreie auf die Messerattacke aufmerksam und alarmierten die Polizei. Der Mann floh mit dem Auto und wurde in Freiburg gefasst.

Vor einem Haus in der Hindenburgstraße in Teningen ist am Freitagmorgen kurz nach 8 Uhr eine 39-jährige Frau und ihr vier Jahre alter Sohn tödlich verletzt worden. Der mutmaßliche Täter, ein 52 Jahre alter in Algerien geborener deutscher Staatsbürger wurde kurze Zeit später von der Polizei in Freiburg festgenommen.

In einer ersten Mitteilung des Freiburger Polizeipräsidiums hieß es lediglich, dass sich der mutmaßliche Täter und seine Opfer kannten. Gegen Abend teilte das Polizeipräsidium mit, dass es sich bei 52 Jahre alten Mann um den ehemaligen Lebensgefährten der Frau und den Vater des getöteten Kindes handele. Die verstorbene Frau hatte laut Polizei gegen den 52-Jährigen ein gerichtliches Annäherungsverbot erwirkt.

Polizei sucht weiter Zeugen

In Teningen wohnten die Mutter mit ihrem Sohn, der mutmaßliche Täter hatte seinen Wohnsitz nach Polizeiangaben im Raum Freiburg. Für ihre weiteren Ermittlungen hat die Polizei Zeugen aufgefordert, sich bei der Kriminalpolizei in Freiburg, Tel.  07641/882-5777 (rund um die Uhr besetzt), zu melden.

Nach Schilderungen von Nachbarn blockierte der 52-Jährige mit seinem Auto das Fahrzeug der Mutter, schlug die Scheiben ein und stach die Frau wie das Kind nieder. Daraufhin flüchtete er mit seinem Auto. Zeugen des Vorfalls alarmierten über Notruf die Polizei. Die lebensgefährlich verletzte Frau und ihr Kind starben trotz aller Reanimationsversuche kurz nach ihrer Einlieferung in einer Freiburger Klinik.

"Da hörte ich die Frauenschreie. Nicht so normale Schreie"Ein Nachbar
Die Polizei hatte die Hindenburgstraße zwischen Freiburger- und Theodor-Franck-Straße sofort abgesperrt. Ein Mann, der in einer Parallelstraße wohnt, erzählte, dass er gerade nach dem Wetter sehen wollte. "Da hörte ich die Frauenschreie. Nicht so normale Schreie, wie wenn sich jemand streitet, sondern richtig laute Schreie. Ich dachte mir gleich, da ist irgendetwas Schreckliches passiert." Dann seien auch bald mehrere Polizeifahrzeuge und zwei Krankenwagen eingetroffen.

Entsetzen und Fassungslosigkeit auch bei einem Handwerker in der Nachbarschaft: "Das sieht man sonst nur im Fernsehen, und glaubt, dass kann einem nie passieren." "Das ist so eine ruhige Wohngegend", sagte ein weiterer Passant und schüttelt den Kopf.

Fassungslosigkeit bei Teninger Bürgern

Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker konnte auf BZ-Nachfrage diese Einschätzung nur bestätigen. Es handele sich um ein "ordentliches, gutbürgerliches Wohngebiet", geprägt von Ein- und Zweifamilienhäusern. Erst in der jüngsten Vergangenheit sei es sanft nachverdichtet worden. Etwa um zehn Uhr war Hagenacker, wie er sagt, vor Ort, um sich über den Vorfall zu informieren und die Arbeit der Vertreter der Ortspolizeibehörde mit denen der Polizei zu koordinieren.

Fassungslosigkeit habe er bei Teninger Bürgern erlebt, aber auch "pietätvolle Zurückhaltung in der Nachbarschaft". Noch nicht lange hätten die Opfer in Teningen gelebt. Dennoch gelte tiefes Mitgefühl den Angehörigen.