Wenn die Nachbarschaft hilft

Aribert Rüssel

Von Aribert Rüssel

Mi, 29. November 2017

Teningen

Bei einem Infoabend im Teninger Ortsteil Heimbach wurde über den geplanten Aufbau einer Nachbarschaftshilfe informiert.

TENINGEN-HEIMBACH. Zunehmend ältere Menschen, werden immer mehr damit konfrontiert, dass sich in der schnelllebigen Zeit ihr Lebensumfeld gravierend verändert. Keine Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe mehr. Ein Arzt oder eine Apotheke gibt es vielerorts auch nicht mehr. Bei einem Infoabend zur geplanten Nachbarschaftshilfe in Heimbach ging es um solche Probleme.

Eine Busfahrt, ein Einkaufsbummel, Geldabheben oder ein Arztbesuch ist für einen gesunden, motorisierten Menschen kein Problem. Anders sieht es für die älteren Mitmenschen aus, die weder motorisiert mobil oder in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind. Viele der innerörtlichen Strukturen stehen nicht mehr zur Verfügung.

Darüber hat man sich beim Leitbild für Heimbach Gedanken gemacht. Angeregt durch den Arbeitskreis Jugend, Kinder, Familie und Senioren, hat dessen Vorsitzende Christel Stelzer, der Caritasverband Emmendingen und der Krankenpflegeverein Teningen, am Freitagabend in das Gemeindehaus St. Gallus interessierte Bürger eingeladen, um über eine geplante Nachbarschaftshilfe zu informieren. Hildegard Weis vom Krankenpflegeverein Teningen, die die Moderation der Informationsveranstaltung leitete, konnte sich über einen vollbesetzten Veranstaltungsort freuen. Uwe Zimmer als Pflegedienstleiter im Seniorenzentrum Bürkle-Bleiche und Silke Zimmer vom Caritasverband Emmendingen erklärten sich bereit über die formalen Erfordernisse zum Aufbau und der Struktur einer Nachbarschaftshilfe zu informieren.

Die Nachbarschaftshilfe soll eine engagierte Antwort auf den steigenden Hilfebedarf alter, kranker oder behinderter Menschen sein, die sich oftmals alleinstehend nicht mehr selbst helfen können. Insbesondere weil sie nicht mehr in der Lage sind, ihren Haushalt in vollem Umfang allein zu führen. Die angebotene Hilfestellung soll aber auch Angehörige unterstützen, um sich auch eine Auszeit zu gönnen. Man will damit erreichen, dass die Menschen weiterhin in ihrem gewohnten Umfeld wohnen und leben können. Dabei geht es nicht um pflegerische Unterstützung, da diese nur von den Fachkräften der Pflegedienste geleistet werden kann, sondern um soziale Kontakte, hauswirtschaftliche Hilfe, Einkäufe, Begleitgänge oder auch um Bedürfnisse wie Vorlesen oder einen einfachen Spaziergang. Da der Caritasverband Emmendingen bereits bestehende Angebote hat und viel organisatorische wie logistische Erfahrung in diesem Bereich vorweisen kann, verfügt er auch über die nötigen formellen Voraussetzungen um in Kooperation mit dem Krankenpflegeverein die Betreuung vor Ort zu arrangieren. Dabei soll der Krankenpflegeverein hauptsächlich als ortsbekannter Ansprechpartner agieren, sei es für diejenigen, die die Hilfe in Anspruch nehmen wollen oder auch für interessierte freiwillige Helfer.

Die organisierte Nachbarschaftshilfe ist ein anerkannter Dienst des Caritasverbandes und wird über ein Organisationsbüro verwaltet. Damit die freiwilligen Helferinnen und Helfer sowohl während ihrer Tätigkeit und bei Haftungsschäden keinen Nachteil für ihr Engagement in Kauf nehmen müssen, sind sie über den Caritasverband versichert. Ferner werden die Freiwilligen mit entsprechenden Schulungen unterstützt und erhalten für ihre Tätigkeiten eine Aufwandsentschädigung.

Die Hilfesuchenden zahlen 13 bis 15 Euro pro Stunde

Diese beträgt für Betreuungstätigkeiten neun Euro pro Stunde und bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten elf Euro. Zuzüglich der Bearbeitungs- und Verwaltungskosten des Caritasverbandes, werden dem Hilfesuchenden für die Betreuungstätigkeiten 13 Euro und bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten 15 Euro berechnet. Da der Caritasverband ein anerkannter Träger der freien Wohlfahrtspflege ist, kann er im Fall eines vorliegenden ersten Pflegegrades bis zu 125 Euro direkt mit der Kasse abrechnen. Die angebotenen Hilfen stehen allen Menschen unabhängig von ihrer Konfession zur Verfügung.

Info: Wer Hilfe benötigt oder sich als Helfer engagieren will, kann sich an Hildegard Weis, Tel. 07641/54454 oder per Mail an hildegardweis@gmx.de wenden. Auch Silke Zimmer vom Caritasverband ist Ansprechpartnerin unter Tel. 07641 9214-602 oder per Mail an silke.zimmer@caritas-emmendingen.de wenden.