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30. November 2009 15:16 Uhr

Kurzfristige Exkursionsfahrt und Diskussionsrunde

Badeparadies: Waldbauern werden aktiv

Tief sitzt der Stachel bei den Waldbauern, die gerade überrascht wurden von der Nachricht, dass die Firma Südwärme den Auftrag für die Heizzentrale des Badeparadieses bekommen hat. Sie fragten sich, wieso nicht jemand auf sie zugekommen war. Dann mussten sie aus berufenem Mund hören, dass der Hochschwarzwald gar nicht imstande wäre, die erforderliche Menge an Hackschnitzeln zu liefern.

HOCHSCHWARZWALD. Inzwischen gibt es zwar das klare Signal des durch die Firma Binkert aus Neustadt vertretenen Unternehmens, wonach die Waldbauern als Anbieter von Hackschnitzeln willkommen sind.

Doch tatsächlich sind sie bisher nicht für diese Herausforderung vorbereitet. Und innerhalb der Forstbetriebsgemeinschaften besteht Unklarheit über die Rolle, die man spielen will oder kann.

Doch das soll sich ändern. Das bäuerliche Regionalbüro Hochschwarzwald lädt mit den FBGs kurzfristig zu einer Erkundungs- und Informationsreise nach Bernau ein. Dort wird am Donnerstag, 3. Dezember, um 8.30 Uhr die Energie Holz GbR von Markus Kaiser vom Goldbachhof und um 10 Uhr der Nahwärmeverbund Oberlehen besichtigt. Anschließend ist der Einstieg in die Diskussion geplant, ob und wie die Gründung einer Vereinigung der Waldbauern vorangetrieben werden sollte, um als Anbieter aufzutreten. Treffpunkt für die Fahrt ist um 7.45 Uhr am Wanderparkplatz Jostal/Schildwende.

Das bäuerliche Regionalbüro als treibende Kraft

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Das bäuerliche Regionalbüro ist eine Idee der "Bure zum Alange", Nikolaus König und Wolfgang Winterhalder. Die Landwirte aus Siedelbach und Rudenberg brüten schon lange daran, das akut gewordene Dilemma bot ihnen nun den Anlass, das Vorhaben rasch umzusetzen. Ziel ist es, eine Anlaufstelle zu schaffen, die den Landwirten Fortbildung ermöglicht, Lösungen und Unterstützung bei Projekten gewährt nach dem Motto "Bauern helfen Bauern" , aber auch die Interessen der Landwirte nach außen vertritt. Sie haben derlei in der Hohenlohe gesehen und erkennen akuten Handlungsbedarf für eine Einrichtung dieser Art auch im Hochschwarzwald. Ihnen schwebt vor, dass ein Büro beim Naturpark Südschwarzwald im Haus der Natur am Feldberg angesiedelt werden könnte. Sie glauben, dass sie mit ihren zahlreichen Kontakten der gemeinsamen Sache dienen können.

Badeparadies braucht 1600 Tonnen Hackschnitzel
Das Thema Hackschnitzel für das Badeparadies soll die erste Aufgabe sein. Winterhalder glaubt, dass die Waldbauern ein gewichtiges Wort mitreden können – wenn sie wollen. Die zehn Gemeinden brächten es gemeinsam auf immerhin 8500 Hektar Wald, da, meinen sie, müsste etwas zu machen sein. Ihnen schwebt Zusammenarbeit vor, beispielsweise mit den Holzwerken Rötenbach. Überdies sehen sie das waldreiche Einzusgebiet vom Wiesental über den Hochschwarzwald nach Villingen ins Glottertal.

Heiko Wollmann, der Projektverantwortliche von Investor Josef Wund, hat auf Anfrage der BZ erklärt, dass der Bedarf für das Badeparadies bei jährlich 1600 Tonnen Hackschnitzeln liege, was 4100 Festmetern Holz entspreche.

Autor: pes