Der FCN setzt sich den Hut auf

Eva Korinth

Von Eva Korinth

Fr, 03. November 2017

Titisee-Neustadt

Mitglieder befürworten die führende Rolle bei der Sanierung des Clubhauses / Zuschussbescheid von entscheidender Bedeutung.

TITISEE-NEUSTADT. Der Fußballclub Neustadt hat bei der Sanierung des Clubhauses im Jahnstadion gegenüber der Stadt und dem Badischen Sportbund "den Hut auf". So hat es der Vorsitzende Arnold Löffler in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung formuliert. Die Zustimmung fiel nahezu einhellig. Löffler wird damit am 7. November den Vertrag zwischen dem FCN als Bauherr der Sanierung und Betreiber des Clubhauses und der Stadt beim Notar unterschreiben.

Der FCN wird ins Grundbuch eingetragen und den Zuschussantrag an den Badischen Sportbund (BSB) stellen. Erst, wenn der BSB die 130 000 Euro freigibt, kann mit dem Neubau begonnen werden. "Ich denke, wenn der Winter vorbei ist, wird der Bescheid da sein", sagte Löffler. Der Neubau könnte dann zum Winter 2018 oder im Frühjahr 2019 fertig sein.

Von den 49 FCN-Mitgliedern (rund 600 insgesamt), darunter Fußballer, Jugendvertretung und Rudi Krämer vom BSB in der Stadiongaststätte stimmten 46 für die führende Rolle des FCN.

Zuvor hatte Volker Dengler als Vorsitzender des Turnvereins (TVN), der den Umbau geplant hat, das Bauvorhaben erläutert. "Eine lange Geschichte hoffe ich findet ihr Ende", begann Dengler, "wenn es auch noch ein oder zwei Jahre dauert, das hängt von verschiedenen Dingen ab." Er stellte den Entwurf des Neubaus als konstruktive Zusammenarbeit der Fußballvereine FCN und SV Hölzlebruck (HSV) und des TVN mit der Stadt vor. "Wir haben alles auf das Beste minimiert, was wir brauchen. Es wird hoffentlich eine einfache, schnell hergestellte Kiste", begann er (die BZ berichtete).

Zuerst wird neben dem alten Gebäude – Richtung Kunstrasenplatz – der Ostteil des Neubaus erstellt. Währenddessen kann das alte Gebäude weiter genutzt werden. Wahrscheinlich wird für eine kurze Zeit ein Toilettenwagen benötigt. Das alte Umkleidegebäude wird von den Vereinen entkernt. Die geplante Solaranlage auf dem Dach ließ einen Zuhörer fragen, ob sie bruchsicher sei, wegen der Bälle "Das müssen wir klären", erwiderte Dengler. Wie der Weg zum Kunstrasenplatz verlaufe, wenn der Ostflügel draufstehe, interessierte einen anderen Zuhörer. Er wird verlegt und führt am Neubau entlang. Zum Kickschuhputzen wird eine Edelstahlwanne am Gebäude installiert, die bisherige Anlage kommt weg. Bedenken wegen der Dachneigung von sieben Grad widersprach Dengler. Das Dach sei gedämmt, der Schnee werde liegen bleiben und von Schneefanghaken gehalten.

Das neue Gebäude hat einen Wert von 1,1 bis 1,2 Millionen Euro. Der FCN und seine Partnervereine versuchen den Bau mit 800 000 Euro hinzubekommen, das ist die Vorgabe des Gemeinderats. Die Vereine stellen als Eigenleistung die Planungen. Eine davon ist die architektonische Planung im Wert von 80 000 Euro von Volker Dengler (TVN). Auch die Elektronik sowie Heizung und Sanitär müssen geplant werden. Das erledigen FCN- und HSV-Mitglieder gratis als Eigenleistung. Dann ging Löffler auf die Vertragsteile Zuschussvereinbarung, Erbbaurechtsvertrag und Unterhaltsregelung Neubau ein.

... erst die Tartanbahn und dann der alte Kunstrasenplatz

Der FCN ist Eigentümer und darf den Neubau auf städtischen Grund zweckgebunden ausschließlich für Vereins- und Schulsport verwenden. Das Erbbaurecht ist auf zehn Jahre festgeschrieben. Als Erbbauzins sind jährlich 3000 Euro an die Stadt zu bezahlen. Dieses Geld wird in Form des Vereinszuschusses gestundet. Er geht davon aus, dass sich der Erbbauzins mit dem Zuschuss aufhebt.

Bisher zahlt die Stadt für den Altbau und die Gaststätte an Nebenkosten 37 740 Euro jährlich. Künftig werden es nach Schätzung der Stadt 23 350 Euro sein. "Reicht das Geld nicht oder ist noch Geld übrig, muss über eine Anpassung verhandelt werden", erklärte Löffler. Nach den zehn Jahren kann das Objekt an die Stadt zurückgegeben werden – oder die Vereine machen weiter.

Dem FCN gehört das Gebäude vom Eintrag ins Grundbuchamt an. Die Nutzung beginnt, wenn es fertig ist. FCN, HSV und TVN gründen für den Betrieb des fertigen Clubhauses eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts, die einen Immobilienverwalter beauftragt, der etwa die Reinigung organisiert. Der Vertrag für alle drei Vereine "im Boot", wurde am 27. Oktober geschlossen (die BZ berichtete).

In der Aussprache wurde nach einer Kostenbeteiligung des Landkreises gefragt, da auch Schulen das Gebäude nutzen. Bürgermeister Armin Hinterseh erwiderte, die Stadt habe sich an den Landkreis gewandt. Jugendleiter Sören Preller erkundigte sich, wie es um die Sanierung des alten Kunstrasenplatzes stehe. Hinterseh antwortete: "Die Leichtathletikabteilung ist als Nächstes dran." Die Sanierung der Tartanbahn mit Sektoren koste 400 000 bis 500 000 Euro. Die Reihenfolge sei Clubhausneubau, Leichtathletikanlage, dann der alte Kunstrasen. Dazu seien noch keine Kosten ermittelt. "Ich bin froh, diese Schritte machen zu können", sagte Hinterseh, "es endet nie."

Der Bürgermeister dankte den Mitgliedern. Er sagte, vor einem halben Jahr sei man noch gescheitert mit der Idee, dass die Vereine bauen, und meinte: "Es ist wirklich etwas Großes. Jetzt bekommen wir es in einer überschaubaren Zeit hin."