Einen Bären aus dem Baum gerettet

akh

Von akh

Do, 28. September 2017

Titisee-Neustadt

Jugendfeuerwehr ist 24 Stunden in Bereitschaft und bewältigt acht Überraschungseinsätze.

TITISEE-NEUSTADT (akh). 24 Stunden Feuerwehrdienst, Tag und Nacht bereit – das war die Jugendfeuerwehr Titisee-Neustadt bei ihrem Berufsfeuerwehrwochenende. Acht Überraschungseinsätze aus allen Einsatzbereichen der Feuerwehr galt es, in der Zeit zu bewältigen: technische Hilfeleistung, Löscheinsatz, Menschen- und Tierrettung, Personensuche. Die 21 Jugendlichen im Alter von zehn bis 17 Jahren erlebten aufregende 24 Stunden, in denen sie ihr ganzes Können und Wissen brauchten – alles, was sie bisher geübt und gelernt hatten, war gefragt. Übernachtet wurde auf Feldbetten im großen Saal des Feuerwehrgeräthauses in der Gutachstraße.

Voller Vorfreude warteten die Kinder und Jugendlichen auf die Einsätze, schauten aus den Fenstern, ob denn nicht ein Maschinist käme – das untrügliche Zeichen dafür, das es bald losgeht. Die Maschinisten fuhren Drehleiter, Löschfahrzeug, Mannschafts- und Einsatzwagen. Doch erst der laute Gong, der durch Mark und Bein ging, zeigte Alarm an. So schnell die Füße trugen, ging es in die Fahrzeughalle, dort waren eigens die Spinde der Jugendwehr aufgestellt worden. Das schnelle Anziehen der Einsatzkleidung entpuppte sich als gar nicht so einfach. Und dann hieß es aufsitzen und mit den Fahrzeugen zum Einsatzort zu fahren.

Nächtliche Suchaktion an der Hochfirstschanze

Hier hatte sich die Jugendleitung einiges ausgedacht. Nicht so schnell vergessen werden die jungen Einsatzkräfte wohl den Sucheinsatz nach Mitternacht an der Hochfirstschanze. Drei Personen galt es, im unwegsamen Gelände zu finden. Hierzu wurde die Wärmebildkamera eingesetzt. Der Einsatz ging bis zwei Uhr. Um acht Uhr folgte der nächste Alarm: Gebäudebrand bei der Kläranlage. Gefordert war die Jugend auch bei einem Verkehrsunfall beim Bauhof, hier musste eine eingeklemmte und verletzte Person gerettet werden. Lachen musste der Nachwuchs ob des riesigen Plüschbärs im Rathausbaum, der laut miaute. Schnell war er mittels Steckleiter in Sicherheit gebracht.

Wie bei der Berufsfeuerwehr gab es einen Dienstplan und wechselte die Einsatzleitungen. Unterstützung erhielten die Jungfeuerwehrler von den aktiven Einsatzkräften, die halfen, die einzelnen Arbeitsschritte zu koordinieren und die richtigen Hilfsmittel aus den Fahrzeugen zu holen. Die Jugend war gut, steigerte sich von Einsatz zu Einsatz. Das zeigte sich in den Nachbesprechungen, wo auch ein paar wenige missglückte Kleinigkeiten aufgezeigt wurden.

Es war das dritte Berufsfeuerwehrwochenende, das Jugendleiter Marco Morath mitmachte. "Die Vorbereitung ist aufwändig", blickt er zurück, "es braucht Ideen – schließlich soll es nicht langweilig werden für die Jugendlichen." Und die lieben das alle zwei Jahre stattfindende Wochenende, das zeigen die guten Anmeldezahlen.

Es brauche außerdem viele Helfer, Fahrer und Maschinisten, Opfer, Fahrzeuge und mehr, so Morath. Informiert wurden auch die Polizei, Rettungsdienst, die Stadtverwaltung, die Öffentlichkeit – schließlich wurden auf den letzten Metern auf dem Weg zum Einsatzort Blaulicht und Sirene eingeschaltet. Der Aufwand lohne sich, es mache allen Spaß, sagt Morath. Auch lernen sich der Nachwuchs die Aktiven besser kennen. "Wir haben unser Ziel erreicht", so der Jugendleiter, "die Jugendlichen haben neue Erfahrungen gesammelt, ihr Wissen in effektives Handeln umgesetzt und auch viel Spaß am Miteinander gehabt."