"Flügel für das Seelenleben"

Martina Seiler

Von Martina Seiler

Do, 19. Oktober 2017

Titisee-Neustadt

BZ-INTERVIEW mit Olga B. zu Veränderungen des Lebens, die Gedanken, Bilder, Gefühle wecken.

HOCHSCHWARZWALD. Haben Christine Kleiser (Violine), Eveline Tritschler (Akkordeon), Renate Maier (Kontrabass) und Beate Metzler (Klarinette) bisher eher die Moll-Töne in Walzer, Klezmer, Filmmusik und klassischen Stücken bevorzugt, haben sie – bekannt als Quartett Olga B. – sich nun ein neues Programm zum Thema "Berührt" erarbeitet. Martina Seiler unterhielt sich mit dem Ensemble über die Weiterentwicklung hin zu der musikalisch-literarischen Ausrichtung des Abends.

BZ: Seit wann proben Sie fürs neue Programm, wie oft und wo?
Kleiser: Wir treffen uns regelmäßig ein bis zweimal in der Woche bei einem Ensemblemitglied im Wohnzimmer.
BZ: Welches Publikum möchten Sie ansprechen und zusätzlich gewinnen?
Kleiser: Wir machen die Musik zu unserem eigenen Vergnügen und freuen uns, wenn Menschen in allen Lebensjahren und Phasen sich angesprochen fühlen.
BZ: Bisher durchzog ein eher melancholisch gefühlvoller Grundtenor Ihre Konzerte. Woher kam der Impuls zu den Veränderungen?
Metzler: Unser Programm ist stets wie das Leben und die Lebenslust im Wandel. Wir probieren neue Stücke aus und entdecken im Spiel, was zu uns passt oder auch nicht. Die Musik sollte uns berühren und im Herzen ansprechen, ob melancholisch oder mit fröhlichem Grundton. Manchmal ist es nur die eigene Verfassung von uns, die sie zu dem macht, wie sie möglicherweise erscheint. Die Veränderung entspringt vielleicht nur der Tatsache, dass wir über die Jahre vielfältiger und mutiger geworden sind.
BZ: Ich habe noch in Erinnerung Ihre gelegentlichen, ganz kurzen humorvollen Sequenzen zwischen den Musikstücken, die zum Schmunzeln und Nachdenken anregten. Warum legen Sie nun mehr Gewicht auf das gesprochene Wort?
Maier: Wenn wir spielen, gibt es immer Gedanken, Bilder und Gefühle zu den Stücken. Vielleicht können wir durch die Worte die Menschen mit unseren Gedanken und Musikstücken verbinden.
BZ: Sie sprachen auch von eigenen Texten und Stücken. Gibt es im Hintergrund noch Komponisten und Poeten oder haben Sie in Ihren eigenen Reihen neue Talente entdeckt?
Maier: Wir haben das Glück, dass uns im Hintergrund seit Jahren Gottfried Hummel musikalisch begleitet und wir mit unterschiedlichen Begabungen in unserem Ensemble ausgestattet sind. Die poetischen Texte stammen aus der Feder von Beate Metzler. Sie schafft es sehr feinfühlig, tiefgründig und humorvoll, die Begebenheiten des Lebens in Worte zu fassen.
BZ: Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre und Ihre Aufführungsorte aus?
Tritschler: Die Stücke müssen uns inspirieren. Musik umgibt uns und wir entdecken sie im Alltag. Die Aufführungsorte bestimmt meist der Veranstalter.
BZ: Vollenden Sie den Satz: Wort und Musik verbindet die Eigenschaft des flüchtigen Augenblicks. Ton und Klang sind nicht festzuhalten, sie verhallen, doch...

Metzler: … es sind meist diese Momente im Leben, die unser Seelenleben beflügeln und Spuren hinterlassen.

Info: Erstmals ist diese neue Version am Freitag, 20. Oktober, 19 Uhr, in der ehemaligen Rochuskirche in Göschweiler zu hören.

Karten im Vorverkauf gibt es bei der Tourist-Info Löffingen zu 11 Euro, an der Abendkasse zu 13 Euro.