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07. Februar 2012 16:28 Uhr

Zwei Mädchen aus dem Hochschwarzwald engagieren sich

Sie leben den Tierschutz

TITISEE-NEUSTADT. Jung sind sie und entschlossen. Ihr Ziel ist es, Tieren zu helfen, ein dichtes Netzwerk für Tierschützer zu knüpfen, über Missstände aufzuklären und zum aktiven Handeln zu ermuntern. Animalia haben sie ihre Tierschutzgruppe für Jugendliche und junge Erwachsene genannt. Sie, das sind sieben Mädchen aus ganz Deutschland, eine wohnt derzeit sogar in Abu Dhabi. Zu den sieben gehört auch Mayleen Reichmann aus Titisee-Neustadt.

  1. Animalia, das ist Tierschutz von Jugendlichen für Jugendliche. Mit dabei sind Carina Maier (links) und Mayleen Reichmann. Foto: Eva Korinth

Sie hat als Gleichgesinnte in der Region Carina Maier aus Feldberg gefunden. Kennengelernt haben sich die beiden Hochschwarzwälderinnen übers Internet, über ein Reiterforum. Das Internet ist das wichtigste Kommunikationsmittel der Animalia-Gruppe. Über ihre Homepage http://www.animalia-tierschutz.de läuft alles. Schließlich sind die engagierten jungen Mitglieder in ganz Deutschland verstreut.

"Jeder, der sich für Tierschutz interessiert, kann mitmachen, auch Erwachsene", erklären Mayleen und Carina. Mayleen ist 19 Jahre alt, hat das Abi in der Tasche, jobbt derzeit und überlegt sich, welches Studium ihr Spaß machen würde. Carina ist 13 Jahre alt und besucht die Realschule in Neustadt. Beide sind sie in ihrer Freizeit sportlich aktiv beim Sportkegeln, Reiten und Fußball. Klar, gelebter Tierschutz zählt auch zu ihren Hobbys. So ernähren sie sich tierschutzgemäß vegetarisch, ja sogar vegan. Viel Überzeugungsarbeit galt es hierfür in den eigenen Familien zu leisten. Kein Tier soll für ihre Ernährung sterben müssen, kein Tier soll in tierunwürdiger Massentierhaltung leben, finden die beiden Jugendlichen.

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Mayleen ist im Vorstand von Animalia. Das Netzwerk ist jedoch kein Verein, sondern eine offene Gruppe mit einem Führungsteam von sieben jungen Frauen im Alter von 17 bis 19 Jahren. Animalia sei der Nachfolger von "Teens4Animals", erzählt Mayleen. Dieses Projekt habe sie mit der "großen" Carina und Lilly 2007 gegründet. Auch sie hatten sich übers Internet gefunden. Sie wollten mit Gleichgesinnten ihres Alters sich für Tierschutz einsetzten. Die Drei benutzen hierzu auch das Internet, bastelten sich eine Homepage, sammelten mittels Aufruf über Internet, bei Freunden und Familie Sachspenden für das Tierheim Anaa in Madrid, halfen in ihren örtlichen Tierheimen, riefen zur vegetarischen Probewoche auf, retteten Kaninchen, vermittelten Tiere, gingen auf Anti-Pelz-Demonstrationen, verteilten aufklärende Flyer. Die Angebote der regionalen Tierschutzvereine waren ihnen zu wenig, zu gering dabei auch der Kontakt zu gleichgesinnten Jugendlichen. Auch die großen Organisationen für Tierschutz und Umweltschutz sprachen sie nicht so richtig an. "Das war uns viel zu undurchsichtig", erklärte Mayleen. Also wurde 2007 etwas Eigenes auf die Beine gestellt. 2009 nahm die Gruppe am Wettbewerb "Sei ein Futurist" für nachhaltige Projekte, ausgeschrieben von der deutschen Unesco-Kommission sowie dem Drogeriemarkt dm, teil. Sie gewannen und erhielten 1000 Euro. Mit einem Teil dieses Geldes wurde die Kaninchenauffangstation in der Nähe von Freiburg eingerichtet, der Rest angelegt.

Um sich besser mit anderen Gleichgesinnten zu vernetzen, Projekte wirksamer und häufiger umsetzen und für tierschützerische Themen eine große Plattform und ein offenes Forum anbieten zu können, beschlossen die jungen Frauen Anfang 2011, dass ihre kleine Gruppe eine Erneuerung brauche. "Zu dritt ist es blöd und man kann viel zu wenig tun", sagt Mayleen. Also entstand nach intensiver Arbeit Animalia.

Stolz sind sie auf ihre Kaninchenauffangstation. Die bestens funktioniert. Gerettet wurde zudem ein Shetlandpony vor dem Schlachter. Es lebt jetzt auf dem höchsten Schwarzwaldberg. Jedes Mitglied packt in seiner Region an, informiert, klärt auf, hilft in Tierheimen. Geplant ist dieses Jahr wieder Sachspenden für das spanische Tierheim zu sammeln, auf jeden Fall auch Infoaktionen auf Messen oder in Einkaufsstraßen. Die Aktionen werden regional organisiert, je nach Anlass und Wunsch von Gleichgesinnten.

Autor: Eva Korinth