Stöferle will Verantwortung

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Mo, 26. November 2018 um 14:55 Uhr

Titisee-Neustadt

Stadtmusik hat Kandidatin für Vogelbacher-Nachfolge

TITISEE-NEUSTADT (pes). Immer schwerer haben es Vereine, Vorstandsposten zu besetzen. Beruf, Familie, Freizeit – da fehle die Zeit, Verantwortung im Ehrenamt zu übernehmen, lauten die Begründungen für Absagen. Das hat manchmal zur Folge, dass Menschen, die sich über Jahre hinweg verdienstvoll eingesetzt haben, nicht kürzer treten können, sondern weitermachen müssen. Die Stadtmusik Neustadt gibt Beispiel dafür, wie es anders laufen kann. Lange vor der Hauptversammlung (23. März 2019) bietet sich mit Tanja Stöferle eine Kandidatin für die Nachfolge von Thomas Vogelbacher an.

Vogelbacher will nach 19 Jahren den Vorsitz abgeben. Der 53-Jährige ist seit 44 Jahren bei der Musik, seit 1992 fungiert er zusätzlich als Vizedirigent. Er blickt auf intensive Jahre zurück. Unter anderem ging es darum, nach der Lösung von der Stadt den Verein lebensfähig zu machen – das darf als gelungen angesehen werden. Anstrengende Jahre seien es gewesen, räumt Vogelbacher ein. Aber das sei nicht der Grund für seinen Rückzug aus dem Vorstand. Vielmehr wolle er "einfach wieder mehr Musik machen". Der Einsatz habe immer Spaß gemacht, weil Musiker und Vorstand das eine Ziel verband. Die gute Kameradschaft habe immer dem Vereinszweck des Musizierens gedient, nicht dem Bier nach der Probe.

Tanja Stöferle (41) wohnt seit 2012 in Neustadt, spielt seit 2013 Klarinette im Verein und übernahm 2014 das Amt der Schriftführerin. Die aus dem nahe Biberach und Ulm gelegenen Laupheim stammende Bankkauffrau kam über berufliche Kontakte zu Vogelbacher zur Stadtmusik. Wie sie hier aufgenommen wurde, fand sie "einfach toll", sie habe sich sofort wohl gefühlt. Die Kandidatur geht Stöferle freudig-entschlossen an, wie sie sagt, aber auch mit Respekt angesichts der großen Fußstapfen, die Vogelbacher hinterlassen werde. Auf ihre Initiative, als Vorsitzende zu kandidieren, habe sie viele positive Rückmeldungen erhalten.

Im Stadtmusik-Vorstand und bei der Juka zeichnen sich weitere Veränderungen ab, auch hier sind Nachfolger in Sicht.