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29. September 2010

Viele Waldbesitzer und Säger wollen mitmachen

Das Biomasse-Zentrum Hochschwarzwald will das Holz für die Wärme im Badeparadies "fair und handelsüblich" bezahlen.

  1. Rainer Hall (Maschinenring Schwarzwald-Baar), Anette Pfaff (Holzkette Schwarzwald UG), Wolfgang Doser (Holzrecycling Doser), Hugo Binkert (Binkert Haustechnik GmbH) sind die Ansprechpartner des neuen Biomasse-Zentrums Hochschwarzwald. Foto: Sebastian Barthmes

TITISEE-NEUSTADT. Es liegt genug Holz in den Wäldern der Region, damit es die Gäste im Badeparadies in Titisee warm haben können. Davon ist Anette Pfaff, Geschäftsführerin des Biomasse-Zentrums Hochschwarzwald, überzeugt. Schon jetzt weiß sie, dass sie zusammen mit ihren Partnern die zu Beginn benötigte Menge an Hackschnitzeln liefern kann. Damit das auch so bleibt, will sie die Hochschwarzwälder Waldbesitzer als Lieferanten gewinnen – in St. Märgen stellte sie das Projekt während des Energietages der Holzkette vor.

22 Jahre soll das neu gegründete Unternehmen Biomasse-Zentrum die Hackschnitzel liefern, aus denen die Südwärme AG die nötige Wärme für das neue Bad gewinnt. Ausschließlich aus der Region soll das Holz kommen, das dann von Wolfgang Doser, einem der Gesellschafter, zu Hackschnitzeln verarbeitet und vom Maschinenring Donaueschingen transportiert wird.

Der Betrag, den die Lieferanten für ihr Holz bekommen, sei nicht einheitlich, erklärte Anette Pfaff. Je nach Qualität werde der Preis je Kubikmeter zwischen vier und acht Euro liegen. Überhaupt müsse man jeden Fall einzeln betrachten, ehe ein Preis genannt wird, sagten auch die anderen Partner. Bei der Bewertung orientiere sich das Biomasse-Zentrum Hochschwarzwald an allgemein gültigen Kriterien. Die Größe der Hackschnitzel muss sich beispielsweise in einem bestimmten Rahmen bewegen. Sind sie noch ganz feucht, sei der Wirkungsgrad geringer und der Lieferant erhalte weniger Geld. Gutes Material werde besser vergütet, sagte Hugo Binkert, der mit seinem Unternehmen für die Wärmeerzeugung im Bad verantwortlich ist.

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So sehr auch von einigen Anwesenden in der Schwarzwaldhalle in St. Märgen nachgefragt wurde, feste Preise konnten ihnen keine genannt werden. Auf alle Fälle seien die Preise fair und handelsüblich, wurde versichert. Das Biomasse-Zentrum wird für die tatsächlich erzeugte Energie bezahlt, sagt Pfaff. Das bedeute, dass Wolfgang Doser sehr genau abschätzen müsse, wie hoch die Qualität der Lieferungen sei, schließlich erhalte der Holzlieferant sein Geld sofort. Der Vertrag mit dem Badbetreiber Wund sei so gestaltet, dass sich die Preise für die Hackschnitzel immer am Markt orientieren, erläuterte Anette Pfaff.

Jederzeit könne Material über die zentrale Telefonnummer (Tel. 07669-9399803) angeboten werden. Doser begutachtet die Qualität und rückt mit dem Häcksler an, bevor dann Rainer Hall vom Maschinenring den Transport organisiert. Der Weg und die Umstände werden dabei auch in den Preis einfließen, erläuterten sie. Waldbesitzer könnten das Holz aber auch direkt zum Lager liefern, sagte Hall. Zum Bunker am Bad fährt nur der Maschinenring, da die Anlieferzeiten festgelegt sind – die Badegäste sollen möglichst wenig gestört werden.

Damit die Kosten nicht zu hoch werden, müsse der Einsatz des Häckslers so geplant werden, dass mindestens 50 Kubikmeter Hackschnitzel hergestellt werden können, hieß es. Das bedeute, dass kleinere Mengen Holz möglicherweise an einer günstig gelegenen Stelle gelagert werden müssen.

Sollte es tatsächlich einmal knapp werden, würden die Sägereien der Region auf alle Fälle aushelfen können – Hackschnitzel aus dem Ausland brauche es sicher nicht, sagte Pfaff.

Viele Waldbesitzer wollen Holz liefern, sagte Pfaff. Allein am Montagabend habe sie zehn Zusagen erhalten.

Autor: Sebastian Barthmes