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03. Januar 2011

Russische Weihnacht im Rathaussaal

Das Weihnachtskonzert des Männergesangvereins Aftersteg entführte die Gäste nach Russland / Theaterstück begeisterte.

  1. Die „Don-Kosaken vom hinteren Wald“ brachten den russischen Winter und die Theatergruppe viele Lacher in den Rathaussaal. Foto: silke hartenstein

TODTNAU-AFTERSTEG. Draußen lastete die weiße Winterpracht auf den Straßen und Dächern der Schwarzwaldhäuser in Aftersteg, drinnen im liebevoll geschmückten Rathaussaal gab es Chorgesang, Wärme, Gemeinschaft und Heiterkeit, ganz im Sinne der Philosophie des Männergesangvereins Eintracht Aftersteg: "Singe und Lache sin schöni Sache".

Beim traditionellen Weihnachtskonzert war der Rathaussaal quer durch alle Altersgruppen bis zum letzten Platz besetzt, Einheimische und Feriengäste genossen einen harmonisch-melodischen Abend zwischen den Jahren. Unter der musikalischen Leitung von Alfred Kaiser eröffneten die 30 Sänger, darunter etliche jüngere Männer, das Konzert mit schönen alten deutschen Weihnachtsliedern. Mit Liedern wie "Friede auf Erden", "Der Heiland ist geboren" und "Heilige Nacht", mal feierlich-getragen, mal freudig bewegt gesungen, setzte der Männerchor ein vielstimmiges musikalisches Zeichen gegen das kommerzielle US-Weihnachtsgedudel.

Passend zu Väterchen Frost, dem Regenten dieses Winters, widmete man sich im zweiten Konzertteil der russischen Chorliteratur und dem Charme russischer Frauen. Stilecht gekleidet überraschten die Sänger ihr Publikum als "Don Kosaken vom hinteren Wald" – so lautete die Ankündigung von Conferencier Harald Müller, der in bewährt heiterer Weise durchs Konzert führte. Hier reichte das Spektrum von heiteren Liedern wie Udo Jürgens "Anuschka" über russische, mit Inbrunst gelebte Melancholie, etwa bei "Sehnsucht", volltönend und mit viel Gefühl interpretiert. Auch der Klassiker "Kalinka" durfte nicht fehlen. Das Stück mit seinen ständigen Wechseln der Lautstärke und Geschwindigkeit kommt mit Leichtigkeit daher, ist aber gar nicht so leicht zu singen und wurde vom Männerchor mit Bravour gemeistert. Sein Debut als Solist gab Bariton "Alexejev" Schneider mit warmer, kraftvoller Stimme bei der vertonten altrussischen Legende "Die zwölf Räuber" und erntete hierfür herzhaften Applaus. Wie man ein Versprechen zur Goldenen Hochzeit elegant einlöst, zeigten die Sänger mit "Spanish Eyes". An sich hatte Conferencier Müller seiner Frau versprochen, den romantischen Klassiker von Bert Kaempfert innerhalb Jahresfrist solo zur Gitarre vorzutragen – nun hatte er vielstimmige Unterstützung gefunden. Auf das letzte Lied "Goodbye, my love, goodbye" folgte kräftiger Beifall, sodann wurde Alfred Kaiser, der den Chor seit über 30 Jahren leitet, von Detlev Dießlin, Vorsitzender des Männergesangvereins Todtnauberg, zum Ehrendirigenten ernannt. Zur Erklärung: Todtnaubergs und Afterstegs Sänger sind seit Jahrzehnten in Eintracht verbunden, doch die beiden einzelnen Vereine blieben bis heute bestehen. Mit "S' Briefchaschtetürle un de neu Pfarrer" sorgte im Anschluss die Theatergruppe des Männergesangvereins unter Regisseur Winfried Wissler für Heiterkeit, allen voran Urgestein Bernd Oberhofer als munterer, wenngleich schwerhöriger "Opa Kramer", der ständig alles falsch verstand. Doch war der Opa dank seiner zwei flotten Enkelinnen bestens im Jugendjargon bewandert – die Reparatur des kaputten "Briefchaschtetürlis" indes wollte ihm bis zuletzt nicht gelingen. Verwechslungen, Missverständnisse und diverse fremde junge Männer sorgten für viele Lacher und einen schönen Ausklang des Abends.

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Eine Wiederholung des Theaters, des "Don Kosaken Konzerts" und ein Auftritt der Mundartdichterin und Sängerin Roswitha Dold gibt es am Mittwoch, 5. Januar um 20.15 Uhr im Rathaussaal Aftersteg.

Autor: silke hartenstein