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06. Februar 2009
Toilettengäste nicht überall willkommen
Wer fragt, darf meist aufs Klo / In anderen Städten hilft die Aktion "Nette Toilette" Bedürftigen.
Die Suche nach öffentlichen Toiletten ist manchmal dringend und oftmals schwierig. Manche, vor allem Ortsunkundige, gehen in ihrer Not in ein Café oder ein Restaurant. "Das kommt ab und zu vor", sagt Wolfgang Hahn, Inhaber des Café Légère. "Die Leute fragen an der Theke und dann ist das kein Problem." Auch ins Café Aspekt kämen ab und zu Toilettengäste, sagt Mitarbeiter Philip Baumgartner. Die, die kommen, holen sich aber meist vorher bei ihm und seinen Kollegen die Erlaubnis. "Solange sich das im Rahmen hält, stört uns das nicht."
In Aalen, Heilbronn, Tübingen und einigen anderen Städten in Deutschland müssen die Spaziergängerinnen und Touristen gar nicht erst fragen: Dort gibt es die Aktion "Nette Toilette". Gastronomen und Kommunen schließen sich zusammen – und öffnen Toiletten für jeden, und das auch noch kostenlos. Ein Schild an der Tür des Cafés zeigt an, ob es freien Eintritt für Klogäste gibt; die Stadt zahlt den beteiligten Gaststätten eine monatliche Aufwandsentschädigung für die Mehrkosten an Reinigung. In Heilbronn sind das für einzelne Gaststätten bis zu 100 Euro monatlich.
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Keine dumme Idee eigentlich. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sieht das Ganze aber kritisch. "Wir sind keine Fans der Netten Toilette", sagt Daniel Ohl, Pressesprecher der Dehoga für Baden-Württemberg. Oft sei die Aufwandsentschädigung der Kommunen, die je nach Standort der einzelnen Betriebe variieren kann, nicht ausreichend. Außerdem könne das Image der Lokale leiden: "Die Gastronome sollten sich das gut überlegen." Besonders auf Betriebe an Touristenstätten oder sozialen Brennpunkten könnten Probleme zukommen.
In Freiburg wurde das Konzept der "Netten Toilette" auch schon diskutiert, allerdings bislang nur innerhalb der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM). Und auch das bisher ohne Ergebnis. Man wolle aber mit dem Hotel- und Gaststättenverband über das Thema sprechen. Bernd Dallmann, Geschäftsführer der FWTM ist der Meinung, dass die Idee auch in Freiburg umgesetzt werden könne: "Für die Gastfreundlichkeit der Stadt und den Tourismus wäre das sicher eine gute Sache." Die Belastung für die Gastronome schätzt Dallmann eher gering ein: "Die machen das ohnehin schon."
In der Freiburger Geschäftsstelle des Dehoga weiß man von der Idee allerdings noch nichts. "Bisher ist noch niemand auf uns zugekommen", sagt Geschäftsführer Klaus Althoff. "Vielleicht ist das Thema noch nicht akut geworden, weil es auch so ganz gut funktioniert." Tut es das? Solange Stadt und Gastronomen noch grübeln, heißt es auf jeden Fall: weiter kreativ sein. Im Zweifelsfall kann die Internetseite von Andreas Zoerb helfen. Weil ihm die öffentlichen Toiletten zu teuer und nicht sauber genug waren, ist er aktiv geworden. Der Freiburger Student hat vor einem Jahr die Seite "gratispinkeln.de" gestartet. 18 kostenlose Toiletten in Freiburg haben er und Besucher der Internetseite bisher eingetragen, inklusive Hinweisen auf eventuelle Toilettenfrauen.
Autor: Kathrin Aldenhoff
