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22. September 2009 21:16 Uhr
Nachruf
Trauer um Georg Salvamoser: Die Solarbranche verliert einen ihrer Vorkämpfer
Die deutsche Solarwirtschaft hat eine ihrer führenden Persönlichkeiten verloren: Georg Salvamoser, der Gründer der Freiburger Solar-Fabrik, ist am Sonntag im Alter von 59 Jahren verstorben.
Geboren in Garmisch-Partenkirchen, war Salvamoser nach seinem Studium der Wirtschaftsinformatik in mehreren Industrieunternehmen tätig, unter anderem elf Jahre als kaufmännischer Werkleiter in der Baubranche. 1991 ging er ein großes Wagnis ein: Er gab er seinen Job beim Fertighaushersteller Okal ab, um sich in der Solarbranche selbstständig zu machen. Erst gründete er den Handwerksbetrieb Solar-Energie-Systeme zur Montage von Solarstromanlagen, 1996 folgte ein Schritt, der bundesweit für Aufsehen sorgte: Salvamoser gründete zusammen mit dem Schokoladenfabrikanten Alfred Ritter die Freiburger Solar-Fabrik. Die Entscheidung fiel in eine Zeit, als Konzerne wie RWE ihre Fertigung gerade aus Deutschland abgezogen hatten. Doch Salvamoser suchte erstens die Herausforderung und zweitens glaubte er fest daran, dass die Photovoltaik in Deutschland eine Zukunft haben würde.
DER NAME SALVAMOSER STAND FÜR SICH
Er sollte Recht behalten. Ohne jegliche öffentliche Förderung gelang es ihm, die Solar-Fabrik am angeblich zu teuren Produktionsstandort Deutschland aufzubauen und in die Gewinnzone zu führen. 1998 gründete er außerdem die Freiburger Solarstrom AG (SAG). Sie fungierte zunächst nur als eine Vertriebsfirma für die Module der Solar-Fabrik. In nur acht Wochen gelang es Salvamoser für die SAG ("Deutschlands erste Solaraktie") 16 Millionen Mark von Bürgern zu akquirieren, ohne eine Mark in Werbung zu stecken. Allein der Name Salvamoser der zog.
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Ein wesentlicher Teil seines Erfolges war stets seine unkomplizierte und zugleich stets verbindliche Art sowie seine unbändige Lebensfreude. Salvamoser konnte Menschen für seine Ideen begeistern, sein Optimismus wirkte ansteckend auf seine Partner. Und er verband zwei wichtige Eigenschaften, die ein Solarunternehmer der ersten Stunde brauchte: Salvamoser war einerseits getrieben von einer gesellschaftlichen Vision, nämlich dem Ziel, eine ökologisch verträgliche Energiewirtschaft aufzubauen. Damit erwarb er sich früh großen Respekt bei Umweltverbänden. Und er verfügte über die nötige Portion Pragmatismus und das unternehmerische Geschick, das nötig ist, um am Markt erfolgreich zu sein.
Vor allem besaß er stets ein glückliches Händchen für die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit. Für dieses Gespür steht das Richtfest der Solar-Fabrik im Freiburger Gewerbegebiet Haid im September 1998 – nur eine gute Woche später folgte die Wahl der neuen rot-grüne Regierung, die den Weg für den Boom der Photovoltaik ebnete. Dieser politische Wandel ermöglichte der Solar-Fabrik im Juli 2002 den Börsengang, der dem Unternehmen ein erhebliches Wachstum bescherte.
"QUERDENKER MIT UNTERNEHMERISCHEM SPÜRSINN"
Ende 2006, als das Unternehmen mit mehr als 260 Mitarbeitern ein stattlicher Mittelständler geworden war, gab Salvamoser seinen Vorstandsposten ab, blieb der Solar-Fabrik als Hauptgesellschafter aber verbunden. Bundesweit setzte er sich bis zuletzt als Vorsitzender des Bundesverbandes Solarwirtschaft für die Branche ein und war als ihr Berater tätig. Die Gründung der 100 Prozent GmbH im Juli, eines südbadischen Wirtschaftsverbandes für erneuerbare Energien, sollte sein letztes Projekt bleiben.
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Salvamoser im Jahr 1998 mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet hatte, würdigte den Freiburger Unternehmer gestern als "Querdenker mit unternehmerischem Spürsinn". Sein Tod sei ein "Verlust für den kreativ-innovativen Mittelstand in Deutschland."
- Dokumentation: Deutscher Umweltpreis 1998 für Georg Salvamoser
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Autor: Bernward Janzing
