Wilde Wahl

Dirk Pfeffer ist neuer Bürgermeister von Tunau

Martin Klabund

Von Martin Klabund

So, 24. September 2017 um 21:08 Uhr

Tunau

Tunau hat einen neuen Bürgermeister. 68 Prozent der Stimmen entfallen auf Dirk Pfeffer, der die Wahl annnimmt. Im Vorfeld hatte es wegen eines anonymen Flugblatts Irritationen gegeben.

Auf Pfeffer entfielen 68 Prozent der Stimmen am Sonntag. Unter großem Applaus nahm er die Wahl am Sonntagabend an.

Der Wahlsonntag in der Gemeinde Tunau hatte es doppelt in sich, denn es stand für viele Bürger heiß erwartet die Bürgermeisterwahl auf dem Plan. Und da es keinen gemeldeten Kandidaten gab, wurde diese Wahl "wild" durchgeführt, das heißt, die Wähler sollten einen Namen in den Stimmzettel selbst eintragen.

Trotz einiger Irritationen durch eine anonyme Flugblatt-Verteilung am Donnerstag (die BZ berichtete) gab es eine rege Wahlbeteiligung. Insgesamt gibt es in Tunau 157 Wahlberechtigte, wovon 135 an die Wahlurne zur Bürgermeisterwahl antraten. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von 86,0 Prozent. Ausgezählt wurde im Rathaus um 18.28 Uhr; 20 Minuten später stand das Ergebnis fest. Nach Auszählung der abgegebenen Stimmzettel wurden zehn für ungültig erklärt und 125 Stimmen berücksichtigt. Wie von vielen Beobachtern im Vorfeld vermutet, bekam Dirk Pfeffer die meisten Stimmen: 85 Wähler trugen seinen Namen auf dem Stimmzettel ein. Das sind 68 Prozent. Dirk Pfeffer erreichte damit die absolute Mehrheit.

Die restlichen Wählerstimmen verteilten sich größtenteils auf Einzelnamen, lediglich auf Klaus Gerloch kamen zwölf Stimmen.

Applaus für Pfeffer

Damit stand rein rechnerisch das Wahlergebnis fest, und nach der Kontrolle der Auszählung trat dann auch Dirk Pfeffer vor das Rathaus und hielt eine kurze Ansprache. Dabei ging er auf die Flyer-Aktion im Vorfeld ein, von der er sich distanziert hatte. Darin war seine Wahl empfohlen worden, allerdings standen keine Namen unter der "Interessensgemeinschaft Dirk Pfeffer".

"Wir müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren und miteinander weiterkommen", sagte Dirk Pfeffer in seiner Antrittsrede auf den Stufen des Gemeindehauses. Es gab kräftigen Applaus. Die Feuerwehr Tunau machte sich dann auch sogleich unter den Augen zahlreicher Bürger an das Aufstellen des Bürgermeisterbaums und vollzog somit auch optisch die Wahl ihres neuen Bürgermeisters. Später ging es zum Feiern ins Tunauer Schützenhaus.

Jörg Lais, der seit einigen Wochen die Geschäfte im Rathaus übergangsweise leitetet, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ausgang der Wahl. Er bleibe weiterhin Bürgermeisterstellvertreter in Tunau, sagte der Gemeinderat.

Pfeffer gilt als erfahren

Bernhard Seger, Altbürgermeister von Schönau und Bürger von Tunau, sagte, Dirk Pfeffer werde die Arbeit für die Gemeinde sicher gut machen. Er sei ein erfahrener Mann; bekanntlich hat Dirk Pfeffer schon einmal die Geschicke Tunaus geleitet (2004 bis 2012). Sein Nachfolger als Bürgermeister, Klaus Rümmele, gab dann dieses Jahre bekannt, dass er aus gesundheitlichen Gründen das Amt niederlegen müsse. Deswegen kam es jetzt zur Bürgermeisterwahl. Sie wurde mangels offizieller Bewerber als sogenannte wilde Wahl ausgeführt, das heißt, jeder Wahlberechtigte sollte den Namen einer Person eintragen, die er für kompetent hielt.

Einen Einspruch werde es von ihm übrigens nicht geben, sagte Bernhard Seger auf Nachfrage. Seger hatte sich am Donnerstag über das namentlich nicht gekennzeichnete Flugblatt verärgert gezeigt.