In ruhigem Fahrwasser

Matthias Kaufhold

Von Matthias Kaufhold

Di, 19. März 2013

Turnen

Das weibliche MHTG-Turnen fußt auf einem starken Fundament – ein Verdienst von Gabi Fußhöller.

TURNEN. Ein Schiff wird kommen für Gabi Fußhöller, so viel steht fest. Zusammen mit ihrem Mann macht die Isteinerin jetzt einen alten Kahn wieder flott – dann geht’s auf große Fahrt. Als Fachbereichsleiterin für das weibliche Gerätturnen hat sie viele Salto- und Flic-Flac-Bewegte ins Boot des Markgräfler-Hochrhein-Turngaus (MHTG) geholt. Dass die weibliche Sparte in den vergangenen Jahren so einen Aufschwung nahm und auch am Samstag bei der MHTG-Meisterschaft wieder eine dreistellige Zahl junger Turnerinnen an die Geräte in Istein trat, ist nicht zuletzt des Engagements und der integrativen Kraft von Gabi Fußhöller zu verdanken.

Nun aber hat die couragierte Trainerin des SV Istein ihre Ämter zur Verfügung gestellt, um auf den Weltmeeren einer neuen Zukunft entgegenzuschippern. Für ihren außerordentlichen Einsatz in 15 Jahren als Fachbereichsleiterin wurde Fußhöller am Samstag vom MHTG-Vorsitzenden Dieter Meier mit der Gauehrennadel ausgezeichnet. Die Isteiner Kunstturnhalle sei zu ihrem Wohnzimmer geworden, sagte Meier. "Wir lassen sie nur mit zwei weinenden Augen gehen."

Welch hohes Niveau die Turnerinnen des SVI unter Fußhöller erreicht haben, war auch bei der MHTG-Meisterschaft zu bestaunen. In den anspruchsvollsten Kürklassen KM 2 und KM 3 warteten die Gastgeberinnen mit einer Reihe von Höchstschwierigkeiten auf. Sonja Schöpflin, die für Fußhöller die Organisation der Titelkämpfe übernommen hat, stellte begeistert fest: "Was eine Lisa Eble zum Beispiel am Balken zeigte, war sensationell."

Eble gewann den Vierkampf der KM 2 für die Jahrgänge 1994 und älter mit 49,40 Punkten vor ihrer Teamkollegin Mareike Jänsch (42,20). Auch die KM 2 der Jugend 1995 bis 1998 dominierten die Isteiner Regionalligakräfte Mirjam Kaiser (46,65), Anne Gottschalk (45,85) und Lisa Weber (44,35). Linnea Nirenberg vom TV Tumringen hielt hier aber unbekümmert mit und verpasste Bronze nur um einen Zehntelpunkt (44,25).

Dass die KM-2-Elite zusammen mit den Nachwuchsturnerinnen der AK-Klassen ihren Durchgang absolvierte, stellte sich als Glücksgriff heraus: "Die Kleinen dürfte das ziemlich motiviert haben, zusammen mit den Großen zu turnen", vermutete Schöpflin. Die Trainerin und zweite Vorsitzende des TV Tumringen lobte die Ausgeglichenheit und das breite Fundament, auf dem das weibliche Wettkampfturnen im MHTG inzwischen ruht. So fielen viele Entscheidungen um die Podestplätze bei der KM 3 äußerst knapp aus: Alcicia Stock vom TV Rheinfelden lag als Siegerin der Jahrgänge 1995 bis 1998 nur um 0,15 Punkte vor laura Wörner vom TV Steinen (43,20). Stocks Vereinskollegin Nadine Dathe gewann bei den Jahrgängen 1994 und älter (45,40) vor der Steinenerin Judith Müller (44,80) und Simone Pregger vom ESV Weil (43,80).

Neu vor Alt hieß es bei den KM-3-Schülerinnen der Jahrgänge 1999 und jünger, die mit 23 Teilnehmerinnen die größte Gruppe stellten: Rebecca Neu lag mit 46,35 Punkten vor ihrer Isteiner Teamkollegin Annabelle Alt (45,05), Dritte wurde Zoe Ströbel vom TV Steinen (44,90). Die KM2 der Schülerjahrgänge 2002 und jünger wurde von Leila Knab vom SV Istein dominiert (46,0).

Weil von den 116 Anmeldungen 16 Turnerinnen kurzfristig absagen mussten, kamen genau 100 Teilnehmerinnen zusammen. Dass unter den zehn Gauvereinen wieder der TV Lörrach bei den jüngsten Klassen vertreten war, freute Schöpflin: "Spannung, Aufregung und tolle Übungen – die zwölf Stunden in der Halle sind wie im Flug vergangen."