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13. März 2010

Akkordeon? – Fetzige Sache!

Der Akkordeonspielring Umkirch/Gottenheim richtete den Bezirksjugendwettbewerb aus.

  1. Voll konzentriert: Akkordeonspielerinnen beim Bezirkswettbewerb für die Jugend der Handharmonikavereine in Umkirch. Foto: barbara schmidt

UMKIRCH. Zum ersten Mal in seiner 25-jährigen Geschichte richtete der Akkordeonspielring Umkirch/Gottenheim einen Bezirksjugendwettbewerb aus. Fast 150 Kinder und Jugendliche aus dem Bezirk Breisgau traten in der Umkircher Schule zum Vorspiel an. Es gab fünf Altersgruppen; die Jüngsten waren vor Kurzem eingeschult worden, die Ältesten waren schon volljährig.

Bartosch Schütterle spielt seit über neun Jahren Akkordeon. Damit ist der 17-Jährige unter seinen Freunden eine Ausnahme. Trotzdem "ist das ganz normal", sagte der Sulzburger, "die anderen spielen halt Trompete oder Geige". Das Akkordeon habe den Ruf eines Schifferklaviers oder einer Ziehharmonika abgelegt, meinte dazu der Bezirksvorsitzende Hubert Rombach. Das Instrument habe einen großen Vorteil: "Es ist sehr vielseitig", so Rombach. Wer es beherrscht, kann auch alleine, das heißt ohne andere Musiker, Unterhaltungsmusik spielen. Allerdings "braucht es vier bis fünf Jahre, bis man das Instrument richtig beherrscht", so Rombach.

Beliebt ist die Handharmonika trotzdem, gerade im Südwesten: Mehr als die Hälfte aller deutschen Akkordeonvereine sind laut Rombach in Baden-Württemberg angesiedelt. Im Bezirk Breisgau haben sie zusammen gut 2000 Mitglieder, darunter etwa 1200 Kinder und Jugendliche. Die Zahlen sind allerdings rückläufig. Schon mit fünf Jahren fangen manche mit ersten Tönen auf der Melodika an.

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Petra Krumm spielt seit ihrem siebten Lebensjahr. Weder ihre Eltern noch sonst jemand aus der Familie habe Akkordeon gespielt, sagte die Vorsitzende des Akkordeonspielrings Umkirch/Gottenheim. Denn das sei sonst oft der Grund, weshalb sich Kinder das Instrument mit den Tasten und Knöpfen aussuchten. Auch Krumms eigene Kinder – inzwischen im Teenageralter – spielen von Kindesbeinen an. Beim Akkordeonspielring Umkirch/Gottenheim werden die Nachwuchsmusiker von der Dirigentin in Kleingruppen unterrichtet. "Das läuft über die Musikschule", sagte Krumm.

Ein Jugendorchester hat der Verein nicht; für Konzerte studiert der Nachwuchs aber etwas gemeinsam ein. Eine zweite Schiene für die Nachwuchsarbeit ist das Keyboard, von dem es nur noch ein kleiner Schritt zum Elektronium ist. Ralf Melcher, stellvertretender Vorsitzender des Akkordeonspielrings, kommt aus dieser Ecke. Das Elektronium sehe aus wie ein Akkordeon, habe aber keine Bassknöpfe, erläuterte er. Das Instrument wird an einen Verstärker angeschlossen und bietet unterschiedliche Klangfarben, etwa die einer Oboe oder eines Fagotts.

Elisa Väärni spielt Akkordeon, und zwar am liebsten "fetzige Sachen", wie die 14-Jährige aus Endingen erzählte. Sie ist über einen Schnupperkurs an das Instrument geraten. Bei Carolin Wauthier aus Schallstadt machte der Handharmonikaverein in der Schule eine Werbeaktion und gewann die damals Neunjährige für sich. Je nach Körperwuchs üben Kinder zunächst auf einem kleineren Akkordeon mit weniger Tasten. Das Instrument wächst mit dem Kind, weshalb manche Vereine auch Leihinstrumente anbieten. Denn ein großes Akkordeon könne leicht um die 6000 Euro kosten, sagte Krumm.

Neue Bezirksmeisterin ist Julia Barth vom Handharmonika- und Akkordeonclub Bad Krozingen. Sie erspielte sich in der Altersgruppe V mit 45 Punkten das Prädikat "Hervorragend" .

Autor: Barbara Schmidt