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05. April 2013

Die Uni wächst im Westen

Rektor Schiewer zeigt bei einem Ortstermin die "Zukunft Freiburgs" / Hohe Investitionen.

  1. Das neue Zentrum FIT entsteht derzeit direkt an der Technischen Fakultät am Flugplatz. Foto: Thomas Kunz

  2. Ein neues Studentenwohnheim ist bereits fertig, ein zweites steht. Rektor Hans-Jochen Schiewer (rechts) und Uni-Kanzler Matthias Schenek blicken noch auf weitere Zukunftsprojekte. Foto: Thomas Kunz

Der Blick von Hans-Jochen Schiewer geht über die freien Flächen am Rande des Flugplatzareals: "In fünf Jahren wird das nicht wiederzuerkennen sein", sagt der Rektor der Albert-Ludwigs-Universität. Mindestens 150 Millionen Euro werden in Forschungsgebäude und in die Infrastruktur in den nächsten Jahren investiert. Die Uni und die Institute werden die heutige Fläche am Flugplatz vervierfachen. Bis zu 3000 Menschen werden am Ende auf dem Campus studieren und arbeiten. "Hier entsteht die Zukunft der Universität", sagt der Rektor zu den Plänen.

Der Uni-Ausbau West läuft bereits auf vollen Hochtouren. Vor wenigen Monaten fertig geworden ist ein Studentenwohnheim mit 104 Plätzen samt Kita für 60 Kinder im Erdgeschoss. Ein zweites Wohnheim befindet sich in der Bauendphase. Und nebenan zeigt sich eine tiefe Baugrube. Hier wird am neuen Freiburger Zentrum für interaktive Werkstoffe und bioinspirierte Technologien – kurz FIT – gebaut. Rund 30 Millionen Euro teuer wird der Neubau, inklusive Erstausstattung. Im Mai 2015 soll das neue FIT bezogen werden.

In dem neuen Gebäude sollen dann Materialforscher, Physiker, Chemiker, Mikrosystemtechniker, Polymerwissenschaftler, Bioniker und Mediziner gemeinsam forschen. Es geht um Inspiration aus der Natur: Von der traditionellen Materialforschung soll eine Brücke geschlagen werden zu Strukturen und Funktionen, die es in der Biologie gibt, sagt Professor Günter Reiter vom FIT-Direktorium. Und es gehe beispielsweise um die Entwicklung intelligenter Materialien, die energieautark sind.

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1995 hat die Universität ihre Technische Fakultät auf dem ehemals durch die französischen Streitkräfte militärisch genutzten Areal gestartet. Teilweise arbeiten die Wissenschaftler noch in den alten Militärgebäuden – genutzt werden zum Beispiel auch die Hangars, in denen einst die Hubschrauber der Franzosen standen. An der George-Köhler-Allee sind auch verschiedene Neubauten für die Institute für Mikrosystemtechnik (IMTEK) und für Informatik entstanden. Die drei nebeneinander liegenden IMTEK-Gebäude sind bereits durch Querspangen erweitert worden oder werden dies noch.

1400 Studierende, 40 Professoren und über 450 wissenschaftliche und technische Mitarbeiter arbeiten, lehren und lernen an der Technischen Fakultät. Diese Zahl wird sich in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. Am Flugplatz entsteht auf 30 Hektar Fläche ein Technologiepark: "Das wird das Herzstück für die Zukunftsentwicklung der Stadt", gibt sich Rektor Schiewer überzeugt. Geplant sind auf dem Areal weiter eine neue Heimat für die Exzellenzcluster Brain-Tools und Brain-Links. Auf dem dritten Baufeld wird das Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik für 54 Millionen Euro neu bauen. Auch der Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr ist perfekt: Einen S-Bahn-Halt gibt es schon direkt am Campus, die Stadtbahnlinie zur Messe steht vor dem Baubeginn.

An den Plänen für ein Innovationszentrum arbeitet die Uni gemeinsam mit der städtischen Tochterfirma FWTM. Die Technische Fakultät braucht auch eine neue Mensa, hier laufen die Verhandlungen mit dem Land. Die bisherige Mensa befindet sich in einem alten Militärgebäude und kann das Volumen nicht mehr aufnehmen, so Matthias Schenek, der Kanzler der Universität.

Abgerundet wird die Uni-Expansion am anderen Ende des Geländes durch eine Forschungsfreifläche, die später dann aber auch wieder zum Bauplatz für neue Gebäude werden könnte. Unter der Georges-Köhler-Allee verläuft ein heute schon hunderte Meter langer Versorgungsgang, durch den Rohre und Kabel führen. Der Gang wird schrittweise immer weiter verlängert. So kann man immer leicht die Leitungen auf dem neuesten Stand halten: Das sei billiger, als wenn man jedes Mal die Straße aufreißen müsste, sagen die Experten der Uni.

Autor: Joachim Röderer