Der Kader steht, der Etat nicht

Georg Gulde

Von Georg Gulde

So, 12. August 2018

USC Eisvögel

Der Sonntag Harald Janson, Sportlicher Leiter der Eisvögel, spricht von Unterdeckung von 70 000 Euro.

Sportlich scheinen Freiburgs Basketballerinnen gerüstet für die neue Erstliga-Saison: Der Kader steht. Finanziell sind sie es nicht. Harald Janson sprach in einem Interview der Badischen Zeitung (Samstagausgabe) von einer gravierenden Unterdeckung des Etats.

Kann das Loch nicht gestopft werden, "dann ist es das Ende des Eisvögel-Basketballs in der ersten Bundesliga", sagt Harald Janson. Die USC-Frauen planen laut ihrem Sportlichen Leiter mit einem Etat von 350 000 Euro. "Wir haben derzeit eine Unterdeckung von 70 000 Euro", erklärte der 49-Jährige. Und ergänzte: "Sollten wir über Sponsoren und Gönner den Etat nicht decken können, dann ist es natürlich das Ende des Eisvögel-Basketballs in der ersten Bundesliga." Janson nannte die Situation "sehr schwierig". Die Eisvögel würden eine Menge an Lob und Auszeichnungen ernten. "Man vermittelt uns überall Sympathie und größte Identifikation. Das freut uns und bestätigt uns in unserer Arbeit. Aber auch Frauensport und Basketball benötigt auf diesem Niveau finanzielle Ressourcen", sagte der Sportliche Leiter zur BZ , erklärte aber auch: "Wir geben die Hoffnung und die Anstrengungen nicht auf." 

In Sachen Personal sind die USC-Macher dagegen am Ende ihrer Arbeit. Vor einigen Wochen war bereits bekannt geworden, dass U-20-Nationaltrainerin Hanna Ballhaus, die zuletzt in Spanien arbeitete, den angehenden Juristen Pierre Hohn als Trainer ablöst. Nun steht fest, die Eisvögel werden mit vier neuen Spielerinnen in die Spielzeit 2018/19 gehen. Drei der Neuen sind ausländische Profis, die vierte Akteurin eine deutsche Nachwuchsspielerin. Somit wollen die Breisgauerinnen also mit vier Profis auskommen. Denn einer davon, die US-Amerikanerin Kristen Gaffney, spielte schon in der abgelaufenen Zweitligasaison für die Breisgauerinnen, die Meister in der Gruppe Süd wurden.

Neu beim USC ist Kelly Moten. Die 24-jährige US-amerikanische Aufbau- und Flügelspielerin stand 2017/18 beim Schweizer Erstligaverein Riva unter Vertrag. Davor wurde sie einmal als beste Spielerin in der US-Universitäts-Liga NCAA II ausgezeichnet. "Das hatten wir noch nie", sagt Janson über das Eisvögel-Team, das 2017 nach 17 Jahren in Liga zwei abgestiegen war, aber nur eine Saison brauchte, um den Wiederaufstieg zu erreichen.

Auf der Centerposition kommt die 22-jährige Kanadierin Cheyenne Creighton zu den Eisvögeln. In der zurückliegenden Saison spielte sie für Memphis in der NCAA, der höchsten College-Liga in den USA.

Für die wichtige Position im Aufbau verpflichteten die Breisgauer Ilze Jakobsone, die zuletzt für das Team aus Liepajas in ihrem Heimatland spielte. Die 24-jährige Lettin ist 1,68 Meter groß, stand im EM-Kader 2017, als das Team Sechster wurde und sich für die WM 2018 qualifizierte. In der WM-Vorbereitung ist Jakobsone auch dabei. Neu beim USC, aber keine Profispielerin ist Sara Kranzhöfer. Die 22-jährige Flügelspielerin kommt vom Erstliga-Absteiger USC Heidelberg – vorausgesetzt, sie erhält in Freiburg einen Studienplatz.

Den USC verlassen hat hingegen die US-Spielerin Kelly Hughes (Karriereende). Auch Nathalie Zehender (Medizinstudium im Ausland) gehört nicht mehr dem Kader an. Zahlreiche Spielerinnen, die im Frühjahr den Aufstieg sicherten, werden auch in Liga eins dabei sein: zum Beispiel Luana Rodefeld, Ilka Hoffmann, Lea Ouadraogo.

Mit der Vorbereitung auf die Saison beginnen die Eisvögel am Sonntag, 26. August, mit einer Kennenlern-Party. Das erste Punktspiel absolvieren sie am Samstag, 29. September (15.30 Uhr), gegen Bad Aibling. Es findet im Rahmen des nun wieder eingeführten Saisoneröffnungsturniers statt – in Keltern.