Viel Zuspruch für Seilbahn

Jannik Jürgens

Von Jannik Jürgens

Mi, 07. November 2018

Südwest

Vertreter der Region loben neues Projekt des Europa-Parks / Strecke führt durch Naturschutzgebiete.

RUST. Die Familie Mack hat am Dienstagabend ihre Vision einer Seilbahn vom Europa-Park ins Elsass vorgestellt. Die Bahn sei ein Symbol der deutsch-französischen Freundschaft und könne die angespannte Verkehrssituation rund um den Park entschärfen. Parkgründer Roland Mack sagte, dass auf der französischen Seite Übernachtungsmöglichkeiten im Stile eines Feriendorfes entstehen könnten. Achterbahnen im Elsass schloss er aus.

Das Projekt befinde sich allerdings noch ganz am Anfang. Nach einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Sonntag, der die Macks bestärkte und an dem auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann teilnahm, sei "ordentlich Dampf in den Kessel gekommen", sagte Roland Mack. Deswegen haben er und die Familie Mack entschieden, mit den Plänen an die Öffentlichkeit zu gehen. Auch wenn vieles noch unklar ist. Die genaue Route der Bahn zum Beispiel.

Klar ist, dass die Bahn durch zwei Naturschutzgebiete führen würde, das Taubergießen auf der deutschen Seite und die Rhinau-Insel auf der französischen Seite. Der Landrat des Ortenaukreises, Frank Scherer, machte deutlich, dass bei einer ersten Prüfung eines Korridors keine unüberwindbaren Hindernisse aufgetaucht seien. Das Projekt müsse allerdings noch intensiver geprüft und auch die Naturschutzverbände und die Bevölkerung beteiligt werden. Um das Projekt zu realisieren, müsste das Regierungspräsidium ein Planfeststellungsverfahren in Gang setzen.

Wahrscheinlich muss auch die Europäische Kommission einbezogen werden, da es sich bei der betroffenen Fläche um europäische FFH-Schutzgebiete und Natura-2000-Gebiete handelt. Geschäftsführer Michael Mack sagte: "Die Seilbahn ist ein großer Traum. Jetzt wollen wir mit den Verbänden reden, ob wir ihn verwirklichen dürfen."

Ein Beitrag zum öffentlichen Nahverkehr

Die Macks wollen die Bahn auch bauen, um die vielen französischen Besucher des Parks besser zum Park und auch wieder wegbringen zu können. Laut Landrat Scherer besuchen pro Jahr 1,3 Millionen Franzosen den Park. Hinzukommen 1100 französische Mitarbeiter, die täglich mit der Fähre oder über die Autobahn zu ihrem Arbeitsplatz fahren. Landrat Scherer sieht die Seilbahn als Möglichkeit, den öffentlichen Personennahverkehr in der Region auszubauen.

Ähnlich äußerte sich Kai-Achim Klare, Bürgermeister von Rust: "Das ist eine mutige Vision, die den Ort und die Straßen entlasten könnte." Die Gemeinde Rust könnte damit lebenswert gehalten werden. Klare machte aber auch deutlich, dass es sich beim Taubergießen um einen der wertvollsten Naturräume im Südwesten handele. "Wenn das Projekt gelingen soll, dann braucht es die Akzeptanz von allen Seiten", sagte Klare. Falls die Bahn so schnell genehmigt wird, wie die Macks es sich wünschen, könnte sie in zwei bis fünf Jahren gebaut werden.

Auch die anwesenden französischen Politiker äußerten sich sehr positiv über das Projekt. Lilla Merabet von der Verwaltungsregion Grand-Est lobte das Engagement und sicherten den Macks ihre Unterstützung zu. Die Bürgermeister von Rhinau und Diebolsheim saßen bei der Pressekonferenz in der ersten Reihe. Stellvertretend betonte Rémi Bertrand, dass sie für die neue deutsch-französische Verbindung als Partner bereitständen. Michael Mack machte zum Schluss auf die symbolische Bedeutung des Projekts aufmerksam: "Es wäre meines Wissens die erste Seilbahn zwischen zwei Ländern."