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20. Juli 2012 16:20 Uhr

Im Wahlkreis Lahr-Emmendingen

Vier Frauen wollen für die Grünen in den Bundestag

Das Bewerber-Karussell für den Bundestagswahlkreis Emmendingen-Lahr hat sich am Donnerstag im Grünen-Zentrum in Lahr gedreht: Vier Kandidatinnen haben sich den Mitgliedern des Ortsvereins Südliche Ortenau vorgestellt.

  1. Die vier Kandidatinnen (von links) Nadyne Saint-Cast, Dorothee Granderath, Verena Kremling und Heike Petereit-Zipfel Foto: Christoph Breithaupt

LAHR (wob). Das Bewerber-Karussell für den Bundestagswahlkreis Emmendingen-Lahr hat sich am Donnerstag im Grünen-Zentrum in Lahr gedreht: Vier Kandidatinnen haben sich den Mitgliedern des Ortsvereins Südliche Ortenau vorgestellt: Die Lahrerinnen Dorothee Granderath und Verena Kremling sowie Heike Petereit-Zipfel und Nadyne Saint-Cast aus Emmendingen. Die eigentliche Nominierung ist am 10. September.

Über ein großes Mitgliederinteresse mit vier Neuzugängen bei den Grünen des Ortsvereins Südliche Ortenau freute sich am Donnerstag im Grünen-Zentrum Grünen-Stadtrat Sven Täubert. Jeweils zehn Minuten räumte er den vier Kandidatinnen ein, sich vorzustellen und ihre politischen Motive darzulegen. Warum sich die Grünen im Wahlkreis neu aufstellen müssen, war den Mitgliedern klar: Alexander Bonde war als Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Emmendingen/Lahr in der Legislaturperiode kurzerhand "abhanden" gekommen und zum Landwirtschaftsminister von Baden-Württemberg avanciert. "Wir sind in der glücklichen Lage, gleich vier Grünen-Kandidatinnen präsentieren zu können", sagte Täubert. Die eigentliche Nominierung findet am 10. September in Herbolzheim statt.

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Die Reihenfolge der Vorstellung der Kandidatinnen wurde ausgelost. Die 33-jährige Politologin Nadyne Saint-Cast, verheiratet, ein Kind, machte den Anfang. Die persönliche Referentin von Edith Sitzmann, der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Landtag, hat sich früh mit grünen Themen auseinandergesetzt, wie sie sagte. Für eine Generationen-Gerechtigkeit wolle sie sich in der Bundespolitik einsetzen. Sie strebe eine ehrliche Finanzpolitik an, favorisiere in der Wirtschaftspolitik das Zusammenspiel von Ökologie und Ökonomie und wolle bei der Energiewende aufs Tempo drücken. Beim Klima- und Naturschutz sei mehr Nachhaltigkeit gefragt, sagte die Kandidatin, die sich auch für Vereinbarkeit von Familie und Beruf stark machen will. "Ich verspüre eine starke Lust auf den Wahlkampf", gab sich Saint-Cast kämpferisch.

Um die Stimmen der Mitglieder warb auch Dorothee Granderath. Die Lahrer Stadträtin (46) ist Richterin am Amtsgericht und vom Beruf her gewohnt, sich in komplizierte Sachverhalte einzuarbeiten. Die verheiratete Mutter von zwei Kindern bewegt das Thema Ökologie besonders. Sie kämpfe um die Erhaltung natürlicher Lebensgrundlagen. Granderath plädierte für Bürgernähe und ein kommunales Miteinander von Wirtschaft und Gesellschaft. In der Finanzpolitik strebe sie Nachhaltigkeit an, ihr Augenmerk gelte dem öffentlichen Personennahverkehr und Ausbau des Radwegenetzes. Druck will die Stadträtin in Sachen Atomkraft machen: "Fessenheim muss stillgelegt werden", so ihre Botschaft. Sie plädierte für ein Zusammenwachsen in Europa, für eine Stärkung des europäischen Parlaments und Integration der Kulturen.

Ihr Engagement für ein soziales Miteinander und mehr Ökologie versprach Heike Petereit-Zipfel (48). Die Fremdsprachenkorrespondentin, verheiratet, vier Kinder, zählte ihre politische Arbeit auf, die sie mit grünen Themen in Berlin und Bayern belegte. Von der Anti-Atomkraft-Bewegung bis zum Kampf gegen die Magnetschwebebahn reichte das Engagement der freien Journalistin. Ihr Credo: Mehr Solidarität und Gerechtigkeit. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit waren die weiteren Themen. Petereit-Zipfel sprach sich für die Abschaffung von Mini-Jobs aus, favorisierte einen Mindestlohn und die Vermögenssteuer. Sie wandte sich gegen Kürzungen bei Sozialleistungen, forderte die Bürgerversicherung, einen neuen Bundesverkehrswegeplan sowie den Ausbau eines europäischen Radwegnetzes für den Tourismus.

Auf politische Erfahrung im Grünen-Lager konnte auch Verena Kremling aus Lahr zurückgreifen. Die 43 Jahre alte promovierte Ethnologin und stellvertretende Referatsleiterin bei der Leibnitz-Gemeinschaft plädierte für mehr Gerechtigkeit bei Wohlstand und Bildung. Sie will sich für Armutsbekämpfung stark machen, weitere Gesundheitsprojekte in Afrika initiieren und ihre Erfahrungen im Kommunalwahlkampf in Lahr für den Bundestagswahlkampf einbringen. Ihre Schwerpunkte, die sie mit Herzblut und professioneller Erfahrung umsetzen will: Umwelt- und Naturschutz, europäische Integration, internationale Entwicklungs- und Forschungspolitik. Kremling, die derzeit in Berlin arbeitet, will für mehr außereuropäische Partnerschaft werben und die Wissenschaft für Frauen attraktiver machen.

Autor: wob