Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

23. Juli 2009

"Die Flutungen zerstören die Natur"

Vogtsburgs Bürgermeister Gabriel Schweizer bittet Stefan Mappus, Chef der CDU-Landtagsfraktion, beim Thema Retention um Hilfe.

VOGTSBURG. Die Kommunalwahl ist gerade vorbei, da steht schon die nächste Wahl an. Am 27. September wird der neue Bundestag gewählt. Deshalb ziehen derzeit zahlreiche Politiker und Kandidaten von Gemeinde zu Gemeinde. Sie wollen herausfinden, welche Themen den Bürgern unter den Nägeln brennen und für sich und ihre Partei werben. So waren der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Stefan Mappus, und CDU-Bundestagskandidat Daniel Sander jüngst in Vogtsburg zu Besuch. Die wichtigsten Themen dort: Rebflurneuordnung, Retention und B 31 West.

"Das ist eine wunderschöne Gegend", stellte Stefan Mappus gleich nach seiner Ankunft in Vogtsburg fest. Zur Begrüßung ließ Bürgermeister Gabriel Schweizer die beiden Gäste einen Grauburgunder probieren und erklärte stolz, dass Vogtsburg die größte Weinbaugemeinde in Baden-Württemberg sei. Der Strukturwandel im Weinbau fordere die Gemeinde und die Winzer allerdings heraus. Deshalb müssten in Vogtsburg zahlreiche Rebflurneuordnungen realisiert werden.

"Für uns ist wichtig, den Naturschützern klarzumachen, dass die Rebflurneuordnungen keine Zerstörung der Natur darstellen, sondern zu ihrem Erhalt beitragen. Denn ohne die Flurneuordnungen könnten viele Flächen gar nicht mehr bewirtschaftet werden und dann gehen Lebensräume verloren", betonte Schweizer. Ein weiteres Thema, das die Bevölkerung in Vogtsburg beschäftige und vielen Sorge bereite, sei die Retention. "Die ökologischen Flutungen sind nicht ökologisch, sondern zerstören die Natur, ihre Vielfalt und damit auch den Erholungsraum in unserer Region", sagte Schweizer.

Werbung


Deshalb fordere die Gemeinde eine erweiterte Schlutenlösung, bei der die vorhandenen Wasserläufe genutzt werden. So könne ebenfalls zur Retention beigetragen werden und in Breisach und Vogtsburg sogar ein zweites Taubergießen entstehen, meinte Schweizer.

Des Weiteren machte der Rathauschef gegenüber Mappus und Sander deutlich, dass es ihm ein großes Anliegen ist, dass baldmöglichst mit dem Bau des 2. Abschnitts der B 31 West von Gottenheim nach Breisach begonnen wird. "Wir haben in Vogtsburg nur ein zentrales Gewerbegebiet, das ist in Achkarren", erklärte Schweizer. Um dort weitere Arbeitsplätze und Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen, müsse dieses Gewerbegebiet unbedingt an die neue Bundesstraße angeschlossen werden.

Schätzle kritisiert die hohen Steuern

Schelingens Ortsvorsteher Thomas Schätzle warf Mappus vor, dass die öffentliche Diskussion um die Änderung des Schulsystems in Baden-Württemberg der Situation nicht gerecht werde. "Die Politik muss mehr herausstellen, dass unser Schulsystem gut ist und unseren Kindern Chancen ohne Ende bietet. Unser Schulsystem ist so gut gegliedert, dass es jeden auffängt", sagte Schätzle. Zudem habe in Baden-Württemberg, was in vielen anderen Bundesländern nicht so einfach möglich ist, ein Hauptschulabgänger die Chance, die mittlere Reife und anschließend auch noch das Abitur zu erlangen. Schelingens Ortsvorsteher kritisierte auch, dass Deutschland im internationalen Vergleich mit die höchsten Steuern erhebe und forderte vor allem, Betriebe mehr zu entlasten.

"Wenn die CDU überall so gut abschneiden würde, wie in Vogtsburg, gäbe es sicherlich viel weniger Probleme", entgegnete Mappus. In Baden-Württemberg könne jedenfalls jeder sehen, "dass wir wirtschaftlich und strukturell gut dastehen".

Autor: Alexander Göbel