09. November 2009 15:56 Uhr
Initiative zum Schutz vor Mobilfunkstrahlung
Wie schädlich ist Elektrosmog?
In Vogtsburg will die Initiative zum Schutz vor Elektrosmog das Bewusstsein für die Risiken der Mobilfunkstrahlen schärfen und den ländlichen Raum als strahlungsarme Region erhalten.
VOGTSBURG-BURKHEIM. Dass man sich der mobilen Kommunikationstechnik nicht gänzlich entziehen kann, wissen auch Daniel Beyer und Bruno Fürst-Sammel, Sprecher der Initiative zum Schutz vor Elektrosmog in Vogtsburg. Ihr Ziel ist es, das Bewusstsein für Risiken der Mobilfunkstrahlung zu schärfen, einen verantwortungsbewussteren Umgang mit modernen Medien zu erreichen und den ländlichen Raum als strahlungsarme Region zu erhalten. Kürzlich übergab die Initiative im Burkheimer Ortschaftsrat 217 Unterschriften gegen die Errichtung eines Mobilfunkmastes vor Ort.
Mittlerweile sei man bei der Handynutzung weit über das ursprüngliche Ziel hinausgeschossen, meint Fürst-Sammel. "Es wird vielfach erwartet, noch im hintersten Kellerraum mobil telefonieren zu können." Das erfordere eine zu große Dichte von Antennen-Standorten und eine unnötig hohe Sendeleistung. Die Auswirkungen der dabei entstehenden Strahlung auf den menschlichen Körper würden hierzulande zu wenig beachtet. Es gäbe in der Öffentlichkeit zu viel blindes Vertrauen in den technischen Fortschritt, was sich schon früher nachteilig ausgewirkt habe, zum Beispiel bei der Verwendung von Asbest oder Contergan.
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In anderen Ländern gälten deutlich geringere Grenzwerte als in Deutschland, man forsche dort zudem viel intensiver nach möglichen Gefahren. Die Strahlung trete im Übrigen auch bei den immer häufiger verwendeten schnurlosen Festnetz-Telefonen nach dem DECT-Standard und bei kabellosen Internetverbindungen (WLAN) auf.
Nach Ansicht der Strahlenschützer liegt die Hauptgefahr beim Elektrosmog darin, dass die menschlichen Zellen in demselben hochfrequenten Bereich miteinander kommunizieren und durch die unablässig von elektromagnetischen Strahlen verursachten Reize geschädigt werden. Es sei anzunehmen, dass Kinder hierbei empfindlicher reagieren als Erwachsene. Hirntumore, Depressionen, Schlafstörungen, Konzentrationsmängel, Hyperaktivität und Unfruchtbarkeit seien einige der gesundheitlichen Auswirkungen, die mit der Strahlung in Verbindung gebracht werden. "Ein Medikament hätte man schon längst vom Markt genommen, wenn es derart im Verdacht stünde, schädlich zu sein", glaubt Beyer. Die Initiative fordert deutlich reduzierte Grenzwerte, da in den gültigen nur thermische Effekte berücksichtigt seien, aber nicht die Beeinflussung der Zellen.
In der Stadt könne man sich der Entwicklung gar nicht mehr entziehen. Gerade deswegen habe man die hiesige Ortsgruppe ins Leben gerufen: "Wir haben hier noch relativ gute Bedingungen und können uns einen verhältnismäßig strahlungsarmen Raum bewahren, für die eigenen Bürger, aber auch für Städter, die sich für eine gewisse Zeit von der Strahlung erholen wollen".
Darin sieht die Initiative neue touristische Möglichkeiten für Vogtsburg und den Kaiserstuhl. Außerdem habe man hier eine andere Wohnstruktur mit sehr vielen Eigenheimbesitzern. Diese sollten vor Wertverlusten ihrer Immobilien geschützt werden, die eine Antenne in der Nähe verursachen könne. Mit der aktuellen Unterschriftenaktion wolle man die Bedenken vieler Burkheimer Bürger zum Ausdruck bringen und zugleich gegen eine einseitige Informationspolitik vorgehen. "Wir fordern zu diesem Thema mehr Transparenz und möchten gemeinsam mit der Stadt und unabhängigen Sachverständigen eine Lösung suchen", appelliert Beyer. Interessierte Bürger sind zu den regelmäßigen Veranstaltungen der Ortsgruppe, die auch eine Messung der Strahlenbelastung in den eigenen vier Wänden anbietet, eingeladen.
Nächster Termin: 23. November 2009, 19.30 Uhr, Vortrag des Freiburger Mediziners Dr. Wolf Bergmann zum Thema Mobilfunk und Gesundheit im Hotel-Restaurant Kreuz-Post in Burkheim.
Kontakt: E-Mail: isesvogtsburg@aol.com
Autor: bp




