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26. Juni 2012

Wahre Glanzlichter der Blasmusik

Vier Stadtmusiken begeistern beim gemeinsamen Lichterfest zum 165-jährigen Bestehen der Stadtmusik Herbolzheim.

  1. Lichterfest der Stadtmusiken: Zur Feier von 165 Jahren Stadtmusik Herbolzheim gab es ein Stadtmusiktreffen mit Kenzingen, Waldkirch und Elzach und einen gemeinsamen Auftritt aller Musiker eim Freiluftkonzert an der Breisgauhalle. Foto: Ilona Hüge

HERBOLZHEIM. Mit einem großen Stadtmusiktreffen hat die Stadtmusik Herbolzheim das 165-jährige Bestehen gewürdigt. Die Stadtkapelle Kenzingen und die Stadtmusiken aus Elzach und Waldkirch traten auf und die Gastgeber zeigten sich musikalisch von ihrer besten Seite. Das Freiluftkonzert an der Breisgauhalle endete mit einem gemeinsamen Auftritt der vier Stadtmusiken im stimmungsvollen Glanz von vielen Wunderkerzen.

Vier Stadtmusiken an einem Abend und im direkten Vergleich, das ist etwas Besonderes und so war der große Platz vor der Breisgauhalle am Samstag gut besetzt. Den schweren Anfang übernahm die Stadtkapelle Kenzingen. Sie kam noch bei Sonnenschein auf die Bühne, schaffte es aber auch ohne Lichterglanz, die Gäste innerhalb kürzester Zeit für sich einzunehmen. Grandios eröffneten sie mit "Il Colosseo", spielten den Saint Louis Blues Marsch, zeigten Solisten bei "Reverie" mit der jüngsten Musikerin Anna Lena Link am Saxophon und Thomas Müller bei Zirkus Renz mit flinken Fingern am Xylophon. Die Stadtkapelle Kenzingen unter der Leitung von Rudolf Heidler zeigte sich gewohnt rhythmusstark, exakt und mitreißend, begeisterte mit "Santana" und "Sousa Highlights" als Zugabe.

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Die Stadtmusik Elzach unter der Leitung von Bundesmusikdirektor Siegfried Rappenecker begann traditionell und präsentierte sich insgesamt als Blasmusik der leisen Töne und der konzertanten Spielweise. In ihrer Musikauswahl gab es ein symphonisches Porträt des Musical-Komponisten Andrew Llloyd Webber, Erinnerungen an "Michael!" und "Lionel!" und bekannte Märsche wie "Mein Regiment" und die Zugabe "Hoch Heidecksburg".

Die Stadtmusik Waldkirch unter der Leitung von Christian Sade ist als symphonisches Blasorchester eine Klasse für sich. Sie bekam bereits bei "Gonna fly now" aus dem Film "Rocky" für ein Schlagzeugsolo spontanen Beifall, spielte den "Kaiser Walzer" von Johann Strauß in einer faszinierenden konzertanten Variante, brachte mit "Brazil" heiße Samba-Rhythmen und ließ Dramatik pur bei "Das Boot" entstehen. Sie begeisterte mit einem Phil-Collins-Medley und bewies ihre Extraklasse mit "Some Skunk Funk"

Die Gastgeber hatten es danach nicht leicht, aber die Stadtmusik Herbolzheim zeigte sich von ihrer besten Seite. Nach "Jubelklänge" und "Pacis Valley" gab es etwas Show. Tobias Leber, sonst am Saxophon, trat zu "Feeling Good" als Sänger auf. Zu "Thriller", dem großen Hit von Michael Jackson, kam nicht nur eine Tanzgruppe: Dirigent Wolfgang Peter legte eine gekonnten "Moon Walk" hin.

"Heute haben wir die Europameisterschaft in den Schatten gestellt, sagte Herbolzheims Bürgermeister Ernst Schilling, Schirmherr des Lichterfests. Er gratulierte der Stadtmusik, wies die Gäste auf den vor einigen Monaten gegründeten Förderverein hin, auf die Jugendausbildung und den Aufbau eines Jugendorchester und freute sich über "die neue Festmeile der Stadt" an der Breisgauhalle. Der Parkplatz an der Halle war mit Fackeln, Schwedenfeuer und Kerzenlicht dekoriert worden und erhielt mit zunehmender Dunkelheit Atmosphäre.

Für den gemeinsamen Auftritt als krönenden Abschluss des Abends reichte die Bühne an der Halle gerade aus. Herbolzheims Stadtmusikdirektor Wolfgang Peter dirigierte die vier Stadtmusiken bei "Carmina Burana" von Carl Orff. Es war ein beeindruckendes Klangerlebnis. Dazu kam die gelungene Kulisse: Die Gäste entzündeten Wunderkerzen und spendeten am Ende begeistert Applaus.

Peter dirigierte das große Gemeinschaftsorchester mit einem besonderen Dirigentenstab, den ihm der Bürgermeister auf der Bühne überreicht hatte. Der Stab ist aus Elfenbein, stammt aus Südafrika und gehörte dem Vater von Emil Dörle, Letzterer als Komponist des Badnerlieds ein über Herbolzheim hinaus bekannter Musiker. Dörle benutzte den Dirigentenstab selbst und gab ihn an seinen Nachfolger weiter. Danach verschwand das gute Stück für Jahrzehnte, bevor es zum 160. Geburtstag der Stadtmusik wieder auftauchte und der Stadt als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt wurde. Mit dieser Vorgeschichte war es dann auch ganz passend, dass das Lichterfest traditionell endete – mit Dörles Badnerlied.



Autor: Ilona Hüge


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