Waldkirch

Beim Sick Robot Day traten Teams aus drei Ländern mit mobilen Robotern an

Sylvia Sredniawa

Von Sylvia Sredniawa

Di, 16. Oktober 2018 um 16:26 Uhr

Waldkirch

Autonomes Fahren ist in aller Munde – praktischen Einblick in diese komplexe Welt bekam man beim 7. Sick Robot Day. Zwölf Teams fieberten mit ihren selbstgebauten autonomen Fahrzeugen mit.

Wer technischem Fortschritt nachspüren will, ist beim alle zwei Jahre stattfindenden "Sick Robot Day" an der richtigen Stelle. Von Mal zu Mal werden die Aufgabenstellungen, die vom Veranstalter, der Sick AG, etwa ein Jahr zuvor an Universitäten und Technische Hochschulen geschickt werden und für die sie passende autonom agierende (also nicht ferngesteuerte) Fahrzeuge konstruieren und Computerprogramme entwickeln sollen, komplizierter. Dieses Mal – bei der siebten Auflage des Robot Day – galt es, von einem, mit gleichbleibender Geschwindigkeit auf einem Rundkurs fahrenden, kleinen Fahrzeug Kugeln in Billardgröße zu entnehmen und in eine Box zu transportieren.

Nicht zusammenstoßen und trotzdem anschleichen

Die Fahrzeuge Marke Eigenbau wurden dafür mit Sensorik und Kameras und mit ganz unterschiedlichen Greifeinrichtungen ausgerüstet. Manche sahen aus wie aus Kinderbaukästen zusammengesetzt, ein anderer wie ein überdimensionaler Staubsauger. Eine besondere Herausforderung war, dass die jeweils zwei in der Arena startenden Fahrzeuge einander ausweichen mussten (Zusammenstöße führten zur sofortigen Disqualifikation), aber sich die Wettbewerbsteilnehmer eben auch ganz nah an das Kugeltransportfahrzeug heranpirschen mussten.

Die unterschiedlichen Fahrzeuge und die mit ihnen verbundenen Regeln mussten also von den autonomen Roboterautos selbstständig "erkannt" werden. In zwei Durchgängen á zehn Minuten galt es in der Stadthalle Waldkirch so viele Kugeln wie möglich zu sammeln und abzuliefern. Dem Kugeltransporter durfte beim "Kugelraub" maximal zwei Minuten lang der Weg verstellt werden, um es am Weiterfahren zu hindern.

Wenn das Sammeln klappt, aber das Ausladen nicht

Die Ergebnisse der besten drei von zwölf Teilnehmern aus Tschechien, der Slowakei und Deutschland zeigten ebenso wie der Verlauf der Veranstaltung, wie schwierig die Aufgabe war: Das beste Fahrzeug, der RT Lions der Universität Reutlingen, schaffte acht Kugeln in die Zielbox; Kamaro vom Karlsruher Institut für Technologie vier Kugeln und Eduro von einer Uni in Prag (Czech University of Life Science) drei Kugeln.

Mehr Besucher als sonst verfolgten den Wettbewerb und konnten von der Empore auch sehen, wie angestrengt die Teams an ihren Tischen mit einer Fülle an Computertechnik beschäftigt waren, um im zweiten Durchgang besser zu sein, wenn es im ersten nicht geklappt hatte. Der spätere Sieger sammelte beispielsweise im ersten Durchgang fleißig Kugeln, einmal sogar alle Neune auf einmal von der Transportplattform – beim Ausladen aber polterten diese alle neben die bereitstehende Box: null Punkte also. Da kochten die Emotionen der Erbauer am Rand der Arena hoch.