GANZ NEBENBEI: Müllhalde Wald

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 27. April 2013

Waldkirch

An einem trüben kalten und auf dem Kandel mit Schneefall begleiteten Tag trafen sich die Gruppe der Gleitschirmflieger, Teilnehmer des Schwarzwaldvereins und der Bergwacht zur Kandelputzete. Das Gipfelplateau war fest in Händen der Bergwacht und Gleitschirmflieger; der Bereich ehemalige Herzkreislaufklinik, Altersbach bis hinterer Holzplatz wurde durch den Schwarzwaldverein gesäubert. Müllbrennpunkte, wie Ausweichstellen und Parkbuchten, sowie Waldwegeinfahrten entlang der Kandelstraße wurden systematisch von Waldkirch bis zum Gipfel abgegangen und vom Müll befreit. "Begeisterung" riefen immer wieder die in Plastiktüten eingepackten Hinterlassenschaften unserer zweibeinigen Freunde hervor. Die Bellos, Wuffis und Paulchen, wie sie alle heißen mögen, haben natürlich keinen Einfluss auf Frauchen und Herrchen, wenn diese so handeln und das eingepackte "Etwas" einfach liegen lassen.
Auch unsere durch Sport geprägte Freizeitgesellschaft lässt dem Radsportler offenbar keine andere Chance, als das bei dem persönlichen Bergzeitfahren auf dem Kandel eingenommene Powergel (konzentrierte Flüssignahrung), im Zeitwahn einfach nur wegzuschmeißen, anstatt in Ruhe in die Trikottasche zu stecken. Vielleicht lutschen ja die Rehe oder das Eichhörnchen den Rest aus – nur: Die Aufnahme der Kunststofffolie kann ein Verenden der Tiere zur Folge haben. Natürlich wissen wir, dass viele nicht wie beschrieben handeln und ihren Müll wieder mitnehmen oder das eine oder andere einfach unbeabsichtigt von statten gegangen ist. Wenn aber 23 Personen, darunter Maxim Schmieder, ein Grundschüler, den ganzen Nachmittag nur Müll aus dem Wald zutage fördern, fragt man sich, wozu haben wir ein vorbildlich aufgestelltes Mülltrennungs- und Entsorgungssystem. Nein, der Wald hat nicht geöffnet, um sich von unliebsamen Dingen zu trennen. Hierzu gibt es den Recyclinghof und die Mülltonne. Der Wald hat als Lebensraum für die Tiere und Pflanzen durchgehend geöffnet. Auch hat der Mensch das Privileg, ihn als Erholungs- und Freizeitraum aufsuchen zu dürfen. Gedankt sei allen aktiven Müllsammlern, die drei Kubikmeter Müll zusammengetragen haben: Plastik in allen Variationen, Spanplatten, Autoreifen, Pfandflaschen (nicht zu knapp), Styropor, Farbeimer und Lackdosen und vieles mehr wurden in die durch die Forstverwaltung der Stadt Waldkirch bereitgestellten Müllsäcke gesteckt und einer geregelten Entsorgung zugeführt. Als Dankeschön hat die Forstverwaltung der Stadt Waldkirch die Aktiven zu einem Vesper im Gasthaus Altersbach eingeladen.