Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
15. Mai 2009
Nach zwei Jahren gut eingeführt
In der Artpraxis eröffnet am Samstag die nächste Ausstellung / Bilder von Brigitte Prothmann
WALDKIRCH. Dieses Haus mitten in der Stadt hat Charme: Steile Treppen führen weit hinauf in den kleinen Ausstellungsraum der "Artpraxis", der eigentlich ein Wohnzimmer ist. Günter Henning ist gerade dabei, den Raum für die nächste Ausstellung von Brigitte Prothmann herzurichten, hat Wände gestrichen, und noch eine Spur mehr Platz für Bilder geschaffen. Was noch an Hennings eigenen Bildern hängt, wird den Arbeiten der Künstlerkollegin Platz machen.
Die erste Artpraxis-Ausstellung, erinnert sich Henning, wurde am 21. Juli 2007 eröffnet, die anstehende ist die achte – und das in nicht einmal ganz zwei Jahren. Die Resonanz sei unterschiedlich, inzwischen kämen öfter dieselben Leute, berichtet Henning. Also hat sich ein Stammpublikum entwickelt? "Das würde ich schon sagen", meint der Hausherr. Die Schau von Gertrud Stratz war eine der am besten besuchten, "da kamen am Sonntagnachmittag 30 bis 35 Leute". Auch die Arbeiten der Malerin Nora Jacobi, die ebenfalls in der Artpraxis ausstellte, stießen auf Resonanz. Es habe aber auch Tage gegeben, an denen kein Kunstinteressierter kam. "Mir macht das nichts aus, ich wohne hier", sagt Henning.
Werbung
Mit der Galerie im eigenen Wohnzimmer hat sich der Maler – im Brotberuf Handwerker – seinen Traum erfüllt. Das notwendige Geld stammt aus seiner Tasche und von den beteiligten Künstlern. Günstige Kopier- und Druckmöglichkeiten helfen zusätzlich. Wird eine Arbeit verkauft, bekommt Henning einen Anteil. "Ein Geschäft", fügt er hinzu, "ist das Ganze nicht."
Ursprünglich hatte der Künstler, bevor er in das Haus in der Innenstadt zog, in einer Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung gelebt und gemalt. Dann fand er das Haus und erfüllte sich, zunächst gemeinsam mit seiner damaligen Partnerin, den Traum, wohnen und malen unter einem Dach zu vereinen. Sein Atelier ist in der Etage unter dem eigentlichen Ausstellungsraum untergebracht.
Schon fast zum Inventar gehört Rezitator Wolff-Ulrich Fenske. Der wollte, schmunzelt Henning, glatt bei ihm einziehen – so begeistert war er von dem Raum. Dem Rezitator einen Raum zu geben, sei "gar nicht verkehrt" gewesen. Aber auch Musiker wissen die Artpraxis zu schätzen: Der Buchholzer Blues- und Fado-Sänger Manuel Torres stellte seine CD hier vor. Er wolle, sagt Henning, gern noch mehr Künstlerinnen und Künstlern eine Chance geben, ihre Arbeiten zu zeigen. Das Qualitätskriterium ist einfach und nachvollziehbar: Die Kunst muss ihm gefallen.
Die Artpraxis hat, beeindruckend schnell, ihren Platz im Elztäler Kulturleben gefunden. Das Spektrum der gezeigten Arbeiten ist weit, die Möglichkeit, in vergleichsweise privatem Rahmen immer wieder über Kunst, Literatur und Musik ins Gespräch zu kommen, überaus reizvoll.
Info: Die nächste Ausstellung zeigt Arbeiten von Brigitte Prothmann unter dem Titel "Von Innen nach Außen". Vernissage ist am 16. Mai, 19 Uhr. Geöffnet ist die Ausstellung bis 28. Juni, jeweils samstags 18 bis 20 Uhr, sonntags 16 bis 20 Uhr. Die Artpraxis befindet sich in der Lange Straße 51 in Waldkirch (Eingang von der Schusterstraße her). Tel. 07681/475524 und 0174/ 3877255.
Autor: fbt
